Verstappen holt erste Pole der Saison 2026 vor Hamilton in Sepang

KUALA LUMPUR, MALAYSIA - OCTOBER 03: Pole position qualifier Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing Second placed qualifier Lewis Hamilton of Great Britain and Scuderia Ferrari and Third placed qualifier Isack Hadjar of France and Oracle Red Bull Racing look on during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Bahrain in Malaysia at Sepang Circuit on October 03, 2026 in Kuala Lumpur, Malaysia. (Photo by Sam Bloxham/LAT Images)
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Auf dem nach neun Jahren wiederentdeckten Sepang-Kurs setzte sich Max Verstappen im Qualifying gegen ein eng gestaffeltes Feld durch, während sein Teamkollege Isack Hadjar die drittschnellste Zeit nicht in einen sauberen Startplatz ummünzen darf.

Max Verstappen hat sich am Samstag beim Grand Prix von Bahrain in Malaysia auf dem Sepang International Circuit die Pole-Position gesichert, seine erste in der Saison 2026. Mit 1:35.130 Minuten verwies der Red-Bull-Pilot Lewis Hamilton im Ferrari um 0,298 Sekunden auf Startplatz zwei, während Teamkollege Isack Hadjar trotz der drittschnellsten Rundenzeit wegen einer Startplatzstrafe von weiter hinten ins Rennen gehen muss.

Eine Runde, die den Unterschied macht

Verstappen kontrollierte das Qualifying von der ersten bis zur letzten Session, eine Konstanz, die in diesem engen Teilnehmerfeld keine Selbstverständlichkeit ist. Schon im ersten freien Training hatte er die Bestzeit markiert, verlor sie im Laufe des Wochenendes zwischenzeitlich an Leclerc und Antonelli, holte sie sich dann aber genau dann zurück, als es zählte. Die 1:35.130 im entscheidenden Segment war eine Rundenzeit mit Ansage, keine Überraschung aus dem Nichts.

Im Lager von Red Bull wurde die Pole als Erleichterung nach Wochen intensiver Arbeit an den Updates aufgenommen, nachdem der Rennstall zuletzt nicht immer die schnellste Paarung auf der Strecke hatte. Dass ausgerechnet in Sepang, wo die Formel 1 erstmals seit 2017 wieder Station macht, der Knoten platzt, hat auch eine gewisse Symbolik. Hamilton liess sich davon jedoch nicht abschütteln und fuhr mit Platz zwei das beste Ferrari-Qualifying-Ergebnis seit längerer Zeit ein, drei Zehntel hinter der Spitze, auf dem Papier eng, auf der Strecke ein klares Signal, dass Ferrari am Wochenende konkurrenzfähig war.

Hadjars Strafe und Mercedes im Aufwind

Third placed qualifier Isack Hadjar of France driving the (6) Oracle Red Bull Racing RB22 Red Bull Ford Powertrains arrives in parc ferme during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Bahrain in Malaysia at Sepang Circuit on October 03, 2026 in Kuala Lumpur, Malaysia. (Photo by Rudy Carezzevoli/Getty Images)
Third placed qualifier Isack Hadjar of France driving the (6) Oracle Red Bull Racing RB22 Red Bull Ford Powertrains arrives in parc ferme during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Bahrain in Malaysia at Sepang Circuit on October 03, 2026 in Kuala Lumpur, Malaysia. (Photo by Rudy Carezzevoli/Getty Images)

Die dritte Startreihe von Red Bull bleibt an diesem Wochenende Theorie. Isack Hadjar fuhr die drittschnellste Zeit des Qualifyings, nur 0,428 Sekunden hinter Verstappen, muss wegen einer Strafe aber von weiter hinten starten. Für Red Bull bedeutet das, dass die Doppelfront in der Startaufstellung nicht zustande kommt, ein Nachteil für die Teamwertung, selbst wenn Verstappen von der Pole aus alles richtig macht.

Dahinter rückte Andrea Kimi Antonelli mit Startplatz vier in den Fokus, vor Leclerc, Norris und Piastri. Mercedes war das ganze Wochenende über sichtbar im Aufwind, Antonelli hatte bereits das dritte Training angeführt, und auch George Russell reihte sich mit Startplatz acht in die vorderste Gruppe ein. Berichten zufolge hatte Mercedes nach Sepang spürbare Updates mitgebracht, was die Formkurve des Teams erklären würde, und Antonelli führt demnach aktuell auch die Gesamtwertung der Fahrer an. Für ihn ist ein Startplatz in der ersten Hälfte des Feldes damit keine Formalität, sondern ein Baustein für den Titelkampf, in dem jeder liegen gebliebene Punkt am Saisonende zählen kann.

Reifenverschleiss als Vorzeichen für den Sonntag

Weiter hinten im Feld sorgten Pierre Gasly auf Platz neun und Gabriel Bortoleto auf Platz zehn für die besten Resultate des Mittelfelds, ein Achtungserfolg für Alpine und Audi an einem Wochenende, das von den grossen Teams dominiert wurde. Carlos Sainz, Fernando Alonso und die beiden Aston-Martin- sowie Williams-Piloten blieben dagegen deutlich zurück, zum Teil mit mehr als zwei Sekunden Rückstand auf die Pole.

Die eigentliche Geschichte dieses Wochenendes dürfte aber erst am Sonntag beginnen. Der abrasive, seit Jahren nicht erneuerte Asphalt von Sepang hat in Kombination mit der tropischen Hitze in allen drei Trainingssessions für ungewöhnlich hohen Reifenverschleiss gesorgt, ein Umstand, der die Reifenstrategie zum zentralen Faktor des Rennens machen dürfte. Wer die Pole hat, startet mit dem saubersten Blick auf die Strecke, doch in einem Rennen, das auf mehrere Boxenstopps angelegt sein könnte, zählt am Ende weniger die schnellste Runde vom Samstag als die klügste Entscheidung bei der Reifenstrategie. Für Verstappen wäre ein Start-Ziel-Sieg die logische Fortsetzung seiner starken Qualifying-Form, für Hamilton und ein forminstabiles Mercedes-Duo bleibt die Hoffnung auf einen Undercut, der die Startaufstellung noch einmal durcheinanderwirbeln könnte.

Pirelli
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