Mick Schumachers erstes IndyCar-Jahr: Oval-Stärke, Roadcourse-Baustelle

Mick Schumacher - Mission Foods Grand Prix of Monterey - By: Chris Jones
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Zwischen Indy-500-Ehrung und Kiesbett-Ausrutscher: Wie Mick Schumachers Rookie-Saison in der IndyCar Series verlief und wohin sein Weg 2027 führt.

Mick Schumacher hat seine erste IndyCar-Saison 2026 für Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) mit der Startnummer 47 beendet und dabei Platz 23 in der Gesamtwertung belegt, mit 213 Punkten. Das Jahr zeigte einen Fahrer, der auf den Ovalen der Serie schneller zurechtkam als viele erwartet hatten, sich auf Roadcourses und Street Circuits aber noch deutlich schwerer tat. Noch vor Saisonende stand bereits fest, dass es für ihn ab 2027 mit einem neuen Team weitergeht.

Der Indy 500 als Höhepunkt

Mick Schumacher - Rookie Luncheon - By: Josh Hernandez
Mick Schumacher – Rookie Luncheon – By: Josh Hernandez

Der mit Abstand grösste Moment der Saison gelang Schumacher beim Indianapolis 500. Über die vollen 200 Runden des traditionsreichsten Rennens der Serie blieb er ohne Fehler, kam als 18. ins Ziel und wurde von der IndyCar Series offiziell als Rookie of the Year des Rennens ausgezeichnet.

Für einen Neuling in seinem ersten Jahr auf amerikanischen Ovalen ist das ein Ergebnis, das Substanz hat. Der Speedway in Indianapolis verzeiht keine Unkonzentriertheit über 500 Meilen, und dass Schumacher das Rennen sauber zu Ende brachte, dürfte für RLL ein wichtiges Signal gewesen sein, dass der Deutsche auf den grossen Ovalen mitwachsen kann.

Stark im Qualifying, schwerer auf Roadcourses und Street Circuits

Auf den Kurz- und Meilen-Ovalen der Serie zeigte Schumacher übers Jahr eine Konstanz, die viele so nicht auf der Rechnung hatten. In den Qualifyings in Phoenix und Milwaukee stellte er sein Auto jeweils auf Startplatz vier, in beiden Fällen ein starkes Zeichen für sein Gefühl in engen Kurven und im Verkehr auf den flachen Ovalen. Sein bestes Rennergebnis der Saison holte er auf dem Nashville Superspeedway mit Platz acht, dem einzigen Top-10-Finish seines Rookie-Jahres.

Auf den Roadcourses und Street Circuits der Meisterschaft sah die Bilanz anders aus. Dort brauchten Schumacher und RLL über weite Strecken der Saison Zeit, um Auto und Fahrstil zusammenzubringen, auch wenn sich zum Saisonende eine leichte Aufwärtstendenz abzeichnete. Beim Finale in Laguna Seca rutschte er ins Kiesbett und kam nur als 22. ins Ziel, ein Ergebnis, das die Diskrepanz zwischen seinen beiden Welten in dieser Saison noch einmal deutlich machte.

2027 bei Meyer Shank Racing

Schumacher bleibt der IndyCar Series treu, wechselt aber zur Saison 2027 zu Meyer Shank Racing (MSR). Den Vertrag unterschrieb er bereits vor dem Ende seiner Rookie-Saison bei RLL. Bei MSR übernimmt er den Dallara-Honda mit der Startnummer 66 und tritt damit die Nachfolge von Felix Rosenqvist an, als Teamkollege steht ihm der Neuseeländer Marcus Armstrong zur Seite.

MSR gilt als eines der Teams im Aufwind der Serie, mit Indy-500-Siegen 2021 und 2026 in der jüngeren Historie ein Team, das weiss, wie man am Indianapolis Motor Speedway gewinnt. Für Schumacher dürfte der Wechsel vor allem eine Chance sein, den Rückstand auf den Roadcourses aufzuholen und aus einzelnen starken Oval-Wochenenden regelmässige Top-10- und Podiumsergebnisse zu machen. Ob der Sprung von RLL zu MSR diesen Effekt tatsächlich bringt, wird sich erst über die kommende Saison zeigen, die Erwartungen an sein zweites IndyCar-Jahr liegen jedenfalls spürbar höher als an sein erstes.