Verstappen beendet Mercedes-Serie im dritten Training von Baku

BAKU, AZERBAIJAN - SEPTEMBER 24: Max Verstappen of the Netherlands driving the (3) Oracle Red Bull Racing RB22 Red Bull Ford Powertrains on track during practice ahead of the F1 Grand Prix of Azerbaijan at Baku City Circuit on September 24, 2026 in Baku, Azerbaijan. (Photo by Mark Thompson/Getty Images) // Getty Images / Red Bull Content Pool
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Nach zwei Sessions im Schatten von Mercedes meldete sich Max Verstappen im dritten Training auf dem Baku City Circuit mit der Tagesbestzeit zurück.

Max Verstappen fuhr im dritten freien Training zum Grand Prix von Aserbaidschan die schnellste Zeit des Tages und unterbrach damit die Serie von Mercedes, die die beiden Donnerstagssessions klar dominiert hatte. Mit 1:43.922 Minuten lag der Niederländer am Freitagvormittag nur 99 Tausendstel vor George Russell, dahinter reihte sich Lewis Hamilton im Ferrari mit weiteren zwölf Tausendsteln ein. Auf einer Strecke, die traditionell wenig Raum für Fehler lässt, waren es Marginalien, die am Ende über die Reihenfolge entschieden.

Red Bull kontert nach zwei stillen Tagen

Am Donnerstag hatte George Russell beide Sessions für sich entschieden, in FP2 sogar mit einer Zeit, die mehr als zwei Sekunden unter Verstappens Bestmarke aus FP1 lag. Lando Norris brachte die Verschiebung der Kräfteverhältnisse nach den Donnerstagstrainings mit deutlichen Worten auf den Punkt und sprach laut Berichten von einem regelrechten Dolchstoss für die Konkurrenz, so stark wirkte Mercedes auf den langen Geraden von Baku.

Umso bemerkenswerter fällt Verstappens Antwort in FP3 aus. Laut Berichten aus dem Fahrerlager bestätigte der Red-Bull-Pilot nach der Session, dass die in Baku eingeführten Upgrades an seinem Auto positive Daten liefern, klagte aber gleichzeitig weiter über das Fahrverhalten des Wagens, insbesondere über das plötzliche Aufbäumen des Hecks unter Bremsbelastung, das im Fahrerlager mittlerweile als Känguru-Effekt bekannt ist. Dass ein Auto trotz eines ungelösten technischen Problems die schnellste Rundenzeit des Tages liefert, spricht dafür, dass Red Bull an anderer Stelle deutlich zugelegt hat.

Wind und Asphalt sorgen für Nervenkitzel

Böiger Wind durch die engen Passagen der Altstadt machte FP3 laut Berichten zu einer Session mit erhöhtem Fehlerrisiko. Mehrere Fahrer, darunter Russell, Charles Leclerc und Hamilton, verloren zeitweise die Kontrolle und mussten in Auslaufzonen ausweichen, während sich die Balance der Autos von Runde zu Runde veränderte. Auf einer Strecke ohne Auslaufzonen im klassischen Sinn ist das kein triviales Detail, sondern ein Faktor, der Rundenzeiten und Nerven gleichermassen beeinflusst.

Hinzu kam, dass die FIA laut Berichten in der Nacht auf Freitag Teile des Asphalts in den Kurven zwei, drei und vier nachbessern liess. Grund waren Klagen mehrerer Fahrer, unter ihnen Verstappen selbst, Oscar Piastri und Alexander Albon, die beim Anbremsen in FP1 ein deutliches Verziehen ihrer Autos gespürt hatten. Dass Verstappen trotz dieser Vorgeschichte am nächsten Tag die Bestzeit setzte, deutet darauf hin, dass die Reparaturarbeiten zumindest für Red Bull keinen Nachteil brachten.

Enges Feld vor Ferrari und McLaren

Lewis Hamilton of Great Britain driving the (44) Scuderia Ferrari SF-26 on track during final practice ahead of the F1 Grand Prix of Azerbaijan at Baku City Circuit
Lewis Hamilton of Great Britain driving the (44) Scuderia Ferrari SF-26 on track during final practice ahead of the F1 Grand Prix of Azerbaijan at Baku City Circuit (Photo: Pirelli)

Hinter dem Spitzentrio aus Verstappen, Russell und Hamilton reihte sich Andrea Kimi Antonelli auf Platz vier ein. Charles Leclerc kam auf Platz fünf mit sechs Zehnteln Rückstand auf die Spitze, deutlich weiter von seinem Teamkollegen Hamilton entfernt als noch am Donnerstag. Pierre Gasly sorgte mit dem sechsten Platz für die bislang beste Session des Alpine-Teams am Wochenende, während McLaren mit Oscar Piastri und Lando Norris auf den Plätzen sieben und acht hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb.

Die Zeitunterschiede zwischen den ersten acht Fahrern beliefen sich auf weniger als eine Sekunde, ein Bild, das für das anstehende Qualifying auf eine enge Kampfzone um die vorderen Startplätze hindeutet. Ob Red Bulls Tempo aus FP3 auch auf eine schnelle Qualifying-Runde übertragbar ist oder ob Mercedes’ Konstanz aus den Donnerstagssessions am Ende doch den Ausschlag gibt, wird sich in wenigen Stunden zeigen, wenn in Baku wegen der verschobenen Wochenendstruktur bereits am Freitagnachmittag um die Startaufstellung für das Samstagsrennen gefahren wird.

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