Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Nach sieben zweiten Plätzen in dieser Saison holt sich Christopher Bell beim Southern 500 endlich den Sieg, während für mehrere Titelkandidaten der erste Chase-Renntag schon zur Belastungsprobe wird.
Christopher Bell hat am Sonntag das Cook Out Southern 500 auf dem Darlington Raceway gewonnen, das erste Rennen im diesjährigen NASCAR Chase. Der Fahrer aus Norman, Oklahoma, startete von Position 11 und feierte nach zuvor sieben zweiten Plätzen in dieser Saison endlich seinen ersten Sieg des Jahres, den 14. seiner Cup-Series-Karriere in seinem 243. Start. Vorausgegangen war ein Wochenende, das schon im Qualifying für Kopfzerbrechen sorgte, Blitze in der Region zwangen NASCAR, die Zeitenjagd komplett abzusagen.
Kein Qualifying, aber Reddick vorn

Weil das Qualifying wegen anhaltender Gewitter über South Carolina gestrichen wurde, ging die Startaufstellung nicht aus echter Rundenzeit hervor. Tyler Reddick übernahm dennoch die vorläufige Pole-Position und bestätigte den Rang später mit dem Gewinn von Stage 1, ein Hinweis darauf, dass sein Team schon vor dem Rennen die richtige Balance gefunden hatte.
Für den Rest des Feldes war die Startaufstellung dagegen wenig aussagekräftig darüber, wer am Renn-Sonntag tatsächlich das schnellste Auto haben würde, wie sich über die volle Distanz von 367 Runden zeigen sollte. Kaum ein Rennen der Saison dürfte Start- und Zielposition so weit auseinanderklaffen lassen wie dieses.
Bells Befreiungsschlag, Gibbs’ Sprung nach vorn
Christopher Bell führte das Rennen in vier verschiedenen Stints für insgesamt 46 Runden an und setzte sich am Ende souverän durch. Nach einer Saison, in der er sich siebenmal mit Platz zwei begnügen musste, war das der Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt, gleich zu Beginn des Chase.
Noch grösser war der Sprung seines Teamkollegen Ty Gibbs, von Startplatz 28 auf Rang zwei, ein Gewinn von 26 Positionen und die auffälligste Aufholjagd des gesamten Feldes. Tyler Reddick rundete mit Platz drei ein starkes Wochenende ab, für das mit der Pole-Position und dem Stage-Sieg bereits vor dem Rennen der Grundstein gelegt worden war.
Blaney, Larson und die stille Mitte des Feldes

Auch weiter hinten im Klassement gab es bemerkenswerte Aufholjagden, die für die Meisterschaft Gewicht bekommen dürften. Ryan Blaney kam von Startplatz 24 auf Rang vier, Kyle Larson von Platz 25 auf Rang fünf, jeweils ein Sprung um 20 Positionen. Für zwei Fahrer, die im Titelkampf mitreden wollen, ist das genau die Art Aufholjagd, die zu Beginn eines Chase-Wochenendes zählt.
Im Mittelfeld sorgte Erik Jones für die vielleicht unauffälligste, aber ebenso eindrückliche Steigerung, von Startplatz 36 auf Rang 15, ein Sprung um 21 Positionen ohne grosses Aufsehen. Josh Berry und Bubba Wallace fuhren sich von den Plätzen 14 und 17 auf sieben und acht nach vorn, Joey Logano verbesserte sich von 13 auf neun. Über weite Strecken des Feldes zeigte sich damit ein Renntag, an dem Ausdauer über die volle Distanz mehr zählte als die Startposition.
Teurer Auftakt für Byron, Hamlin und Co.
Nicht jeder Titelkandidat konnte diesen ersten Chase-Renntag so nutzen. William Byron, von Startplatz 20 kommend, erlitt spät im Rennen einen irreparablen Motorschaden und musste als 37. mit 48 Runden Rückstand aufgeben, ein herber Rückschlag zum Auftakt der Playoffs. Denny Hamlin, von der vierten Position gestartet, erlitt im Verlauf des Rennens Beschädigungen an seinem Auto, die seine Chancen praktisch beendeten, er kam nur als 18. ins Ziel.
Brad Keselowski drehte sich früh nach Kontakt mit Carson Hocevar und fiel von Startplatz 12 auf Rang 23 zurück, während Hocevar selbst den Zwischenfall überstand und sich noch bis auf Platz elf nach vorne arbeitete. Ricky Stenhouse Jr. (von acht auf 35), Austin Dillon (von neun auf 29) und Cole Custer (von 16 auf 33) gehörten zu den grössten Verlierern des Tages verglichen mit ihren Startpositionen, jeder von ihnen fiel im Lauf des Rennens mindestens eine ganze Runde zurück. Für die Fahrer, die schon jetzt Boden im Chase gutmachen müssen, bleibt wenig Zeit, schon beim nächsten Rennen der Playoff-Runde zählt jede Position, die in Darlington verloren ging.





