Russell schlägt zurück: Mercedes vor Ferrari im zweiten Training von Monza

Formel 1 - Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, Großer Preis von Österreich 2026. George Russell
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

George Russell sichert sich im zweiten Freien Training vor dem Heimrennen der Scuderia die schnellste Rundenzeit und stellt damit die rote Dominanz vom Vormittag infrage.

George Russell hat am Freitagnachmittag das zweite Freie Training zum Grossen Preis von Italien in Monza gewonnen. Der Mercedes-Pilot fuhr auf weichen Reifen eine Zeit von 1:22.559 und verwies Charles Leclerc im Ferrari um 0.120 Sekunden auf Platz zwei. Komplettiert wurde die Bestzeiten-Front durch Andrea Kimi Antonelli, der als Dritter nur 0.021 Sekunden hinter Leclerc lag, wenn auch 0.141 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Russell, und damit dennoch einen geschlossenen Mercedes-Angriff auf die Spitze demonstrierte. Für die Scuderia, die am Vormittag noch mit einem Doppelsieg von Leclerc und Lewis Hamilton geglänzt hatte, war es eine Standortbestimmung zur Unzeit, ausgerechnet vor den eigenen Tifosi.

Mercedes dreht die Kräfteverhältnisse

Wo Ferrari im ersten Training noch souverän wirkte, drehte sich das Bild am Nachmittag deutlich. Russell und Antonelli setzten ihre schnellsten Runden auf weichen Reifen, während Leclerc nur knapp dagegenhielt. Lewis Hamilton kam mit 0.457 Sekunden Rückstand auf Rang fünf nicht mehr an seinen Teamkollegen heran, ein Hinweis darauf, dass Ferrari im Longrun-Setup noch nicht die letzte Abstimmung gefunden hat.

McLaren blieb mit Lando Norris auf Platz vier und Oscar Piastri auf Platz sechs im erwarteten Mittelfeld der Spitzengruppe, ohne dass die Distanz zu Mercedes und Ferrari beunruhigend gross ausfiel. Für die Qualifikation am Samstag, die traditionell auf ähnlichen Reifenmischungen gefahren wird, deutet die Session damit auf ein enges Duell zwischen mindestens drei Teams hin, eine Ausgangslage, die dem Heimrennen der Scuderia zusätzliche Spannung verleiht.

Antonellis Heimspiel mit Wermutstropfen

Formel 1 - Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, Großer Preis der Niederlande 2026. Kimi Antonelli
Formel 1 – Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, Großer Preis der Niederlande 2026. Kimi Antonelli
Formula One – Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, 2026 Dutch GP. Kimi Antonelli

Für Andrea Kimi Antonelli war die drittschnellste Zeit im zweiten Training ein starkes Signal an einem Wochenende, das für ihn ohnehin im Rampenlicht steht. Der WM-Führende fährt sein Heimrennen, muss wegen eines zusätzlichen Motorenwechsels bei Mercedes aber eine Startplatzstrafe von zehn Rängen hinnehmen. In den Pressekonferenzen zeigte er sich dennoch gelassen und auf die eigene Leistung fokussiert, was angesichts der Ausgangslage durchaus bemerkenswert ist.

Auffällig war zudem die Position von Max Verstappen, der mit 0.818 Sekunden Rückstand nur Neunter wurde und damit weder an Mercedes noch an Ferrari heranreichte. Für den Titelverteidiger dürfte das ein Warnsignal sein, zumal Red Bull in Monza traditionell auf die reine Speed der Power Unit angewiesen ist. Die Scuderia selbst reiste laut Berichten mit einem Motoren- und Aero-Upgrade zum Heimrennen an, dessen Wirkung sich in den Zeiten von Leclerc und Hamilton bislang nur bedingt zeigte.

Zwischenfälle und Blick auf Samstag

Die Session verlief nicht ohne Nebengeräusche. Laut Berichten zog Lance Stroll in der Anbremszone zu Kurve eins überraschend in die Fahrlinie von Lando Norris, worauf die Rennleitung eine Untersuchung des Vorfalls ankündigte. Wenig später fing, ebenfalls laut Berichten, Franco Colapinto am Ausgang der Ascari-Schikane einen ausbrechenden Alpine im Kiesbett spektakulär ab, ohne einzuschlagen. Gabriel Bortoleto wiederum musste das Training laut Berichten vorzeitig beenden, nachdem Audi Unregelmässigkeiten an seiner Power Unit festgestellt hatte, was seinen Rückfall von Platz acht im ersten auf Platz fünfzehn im zweiten Training erklärt.

Mit Blick auf Samstag kommt eine weitere Variable hinzu: Laut Berichten hat die FIA wegen der erwarteten Temperaturen von über 33 Grad eine offizielle Hitzewarnung ausgerufen, die Fahrerkühlsysteme oder ein Ausgleichsgewicht vorschreibt. Zusammen mit der engen Zeitenlandschaft zwischen Mercedes, Ferrari und McLaren verspricht das dritte Training vor der Qualifikation am Nachmittag eine spannende Startplatzentscheidung, bei der Antonellis Strafe und Verstappens Rückstand die eigentlichen Fragezeichen bleiben.

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