Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Nach einer Zwangspause durch Regen beendete Pato O’Ward das verschobene erste Rennen des Milwaukee-Doubleheaders am Sonntagabend mit einem späten Überholmanöver gegen David Malukas.
Pato O’Ward hat das Snap-on Makers and Fixers 250, das erste der beiden IndyCar-Rennen am Milwaukee Mile, für sich entschieden, allerdings erst am Sonntagabend. Das Rennen war am Samstag nach rund 90 Runden wegen starken Regens mit der roten Flagge gestoppt worden. Weiterer Regen am Sonntagmorgen sorgte dafür, dass zunächst das zweite Rennen des Doubleheaders zur planmässigen Mittagszeit gefahren wurde, ebenfalls ein Sieg für O’Ward, bevor Rennen eins am Abend zu Ende gebracht wurde. Dort setzte sich O’Ward mit einem Manöver gegen David Malukas durch und rundete damit seinen Doppelsieg in Milwaukee ab.
Rote Flagge und ein Duell mit langem Atem
Der Samstag brachte auf dem Milwaukee Mile ein jähes Ende, ehe das Rennen überhaupt richtig Fahrt aufnehmen konnte. Nach rund 90 gefahrenen Runden zog Regen über die Meile, die Organisatoren zeigten die rote Flagge, das Feld wurde geparkt. Fortgesetzt wurde erst am Sonntagabend, mit Fahrzeugen, die exakt auf dem Stand von Runde 90 zurückgesetzt wurden, Reifenalter und Spritstand inklusive.
Als es weiterging, entwickelte sich zwischen Pato O’Ward und David Malukas ein Duell, das sich bis in die Schlussphase zog. Erst 19 Runden vor dem Ende setzte sich O’Ward mit einem Dreikampf um die Führungsposition entscheidend ab und verteidigte den Vorsprung bis ins Ziel. Am Ende stand ein knapper, aber sauberer Vorsprung von 1,75 Sekunden auf Malukas, dahinter komplettierte Rinus VeeKay mit weiteren 1,1 Sekunden Rückstand das Podium.
Die Szene an Kurve vier: Newgarden und Collet

Für die entscheidende Unterbrechung in der Schlussphase sorgte eine Szene mit Josef Newgarden. Der Penske-Pilot hatte sich unter einer früheren Caution frische Reifen geholt und arbeitete sich anschliessend durch den Verkehr nach vorn. Beim Herausbeschleunigen aus Kurve vier, rund 37 Runden vor Schluss, kam es zum Kontakt mit Caio Collet, die Schliessgeschwindigkeit war zu hoch, beide Autos berührten sich Rad an Rad.
Collet wurde durch den Zusammenstoss hart in die Aussenmauer geschickt, sein Wagen nahm sichtbaren Schaden, die volle Caution war die unmittelbare Folge. Der Foyt-Rookie beendete das Rennen letztlich 39 Runden zurück auf Platz 24, für Newgarden dagegen ging die Fahrt weiter, er rettete sich am Ende noch auf Platz sieben. Will Power kam als zweiter Ausfall des Tages nicht ins Ziel, mit 51 Runden Rückstand als 25. gewertet.
Podium, Punkte und Blick nach vorn
Hinter dem Spitzentrio sortierte sich das Feld über weite Strecken entlang der Startaufstellung. Scott McLaughlin brachte seine Pole-Position in einen vierten Platz um, Christian Rasmussen und Christian Lundgaard folgten auf den Rängen fünf und sechs. Romain Grosjean dagegen erlebte einen zähen Nachmittag: Nach einem frühen Kontakt mit Louis Foster sorgte er später, auf frischen Reifen unterwegs, in Runde 150 für einen Dreher von Mick Schumacher und kam selbst nur eine Runde zurück ins Ziel.

Álex Palou reihte sich mit Platz zehn ruhig in die Punkteränge ein, ohne an diesem Abend selbst im Rampenlicht zu stehen. Für die Meisterschaft war das längst nebensächlich: Mit 607 Punkten führt der Spanier vor dem letzten Saisonrennen, dem Grand Prix von Monterey in Laguna Seca am 6. September, um 100 Zähler vor Christian Lundgaard, ein Rückstand, den selbst ein Sieg samt Bonuspunkten nicht mehr aufholen kann. Palou steht damit als IndyCar-Champion 2026 bereits fest. Offen bleibt dagegen das Rennen um die Plätze dahinter: Nur zwei Punkte trennen Lundgaard von Kyle Kirkwood auf Rang drei, und auch O’Ward liegt als Vierter in Schlagdistanz. Für O’Ward war der Erfolg im ersten Rennen zugleich der Schlussakkord eines aussergewöhnlichen Wochenendes: Weil der verregnete Zeitplan das zweite Rennen bereits zur Mittagszeit hatte stattfinden lassen, komplettierte der Mexikaner mit dem späten Sieg im Rennen eins am Abend seinen Doppelerfolg in Milwaukee, ein Ergebnis, das seine Saisonbilanz auf der Meile in West Allis deutlich aufwerten und Arrow McLaren mit Rückenwind in den weiteren Saisonverlauf schicken dürfte.





