Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Zwischen Regenverschiebung und Hitzewellen holte sich Álex Palou beim Borchetta Bourbon Music City Grand Prix seinen nächsten Saisonsieg, während Team Penske gleich drei Autos unter die Top vier brachte.
Der Music City Grand Prix 2026 liess sich nicht hetzen. Erst verschob schlechtes Wetter das Rennen auf Montag, dann kämpfte das Feld bei Nashville Superspeedway zusätzlich mit drückender Hitze. Als am Ende die 300 Runden abgespult waren, stand Álex Palou als klarer Sieger fest, mit Josef Newgarden und David Malukas direkt im Windschatten. Für die WM-Tabelle war es ein Wochenende mit Signalwirkung: Palou baute seine Führung weiter aus, Malukas als aktueller Verfolger mimte den Gejagten und schlug mit Platz drei zumindest teilweise zurück.
Kirkwood von der Pole, Palou zieht am Ende durch
Kyle Kirkwood ging von der Pole ins Rennen, mit Newgarden und McLaughlin direkt dahinter, Palou startete von Platz vier. Auf dem Nashville Superspeedway, wo Pack-Racing und enge Restarts das Bild prägen, war klar: Die Startaufstellung sagt am Ende wenig über das Ergebnis nach 399 Meilen aus.
Über die Renndistanz arbeitete sich Palou konstant nach vorne. Am Ende reichte es zu einem souveränen Sieg mit 0,8731 Sekunden Vorsprung auf Newgarden, der sich seinerseits bis auf Platz zwei vorkämpfte. Kirkwood, der Polesetter, fiel bis ins Mittelfeld zurück und beendete das Rennen nur auf Platz zehn, ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr sich das Kräftegleichgewicht über die Distanz verschob.
Rasmussen crasht gleich im ersten Umlauf, Hauger sorgt später für Chaos
Schon im ersten Umlauf war für Christian Rasmussen Schluss. Der ECR-Pilot, der beim vergangenen Music-City-Rennen noch als Sieger von Milwaukee angereist war, crashte diesmal bereits beim Start und beendete den Tag mit 98 Runden Rückstand auf P22.
Die nächste grosse Unterbrechung kam deutlich später im Rennen: Rookie Dennis Hauger touchierte die Wand, nachdem kurz zuvor mehrere Fahrer, darunter Rosenqvist auf Runde 177, ihre letzten Stopps für Reifen und Sprit absolviert hatten. Die Caution vier Runden nach diesem Stopp durchmischte das Feld erneut und war für manche Strategie am Ende genau richtig, für andere ein Nachteil, den sie nicht mehr aufholen konnten.
Insgesamt gab es für sechs Fahrer kein Happy End: Neben Rasmussen fielen auch Graham Rahal, Will Power, Alexander Rossi, Marcus Armstrong und Caio Collet mit teils erheblichem Rundenrückstand oder als DNF aus der Wertung. Für Meyer Shank Racing mit Armstrong auf P24 und für A.J. Foyt mit Collet auf P25 war es ein bitteres Wochenende ohne zählbaren Ertrag.
Penske dreifach stark, Palou baut WM-Führung aus
Team Penske zeigte in Nashville geschlossene Stärke: Newgarden auf P2, Malukas auf P3 und McLaughlin auf P4. Drei Autos unter den ersten vier sind eine Ansage an die Konkurrenz, gerade auf einer Strecke, die Rennpace über die volle Distanz belohnt und nicht nur einen schnellen Qualifying-Lap.
Für die Meisterschaft bedeutet das Ergebnis vor allem eines: Palou zieht als WM-Führender weiter davon, während Malukas als aktueller Verfolger mit Platz drei zwar Punkte gutmachte, aber den Vorsprung an der Spitze nicht wirklich anknabbern konnte. Mit Blick auf die kommenden Roadcourse- und Street-Circuit-Termine wird sich zeigen, ob Penske diese Form auch auf technisch anspruchsvolleren Strecken bestätigen kann, oder ob Nashville vor allem ein Beleg für die Oval-Stärke des Teams war.





