YellaWood 500: Fünf Punkte trennen Larson und Bell vor dem Trip nach Talladega

TALLADEGA, ALABAMA - OCTOBER 19: A general view of the grandstands during the NASCAR Cup Series YellaWood 500 at Talladega Superspeedway on October 19, 2025 in Talladega, Alabama. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Vor dem achten Rennen im Chase ist die NASCAR-Meisterschaft so eng wie selten, und ausgerechnet jetzt wartet die unberechenbarste Strecke im Kalender.

Am Sonntag, 25. Oktober, steigt auf dem Talladega Superspeedway in Lincoln, Alabama, das YellaWood 500, das 34. von 36 Rennen der Cup-Saison 2026 und das achte im Chase. Gestartet wird um 14:00 Uhr US-Ostküstenzeit (19:00 Uhr MEZ), was vor Ort in Alabama, wo die Central Time gilt, einer Ortszeit von 13:00 Uhr entspricht, über 188 Runden auf dem 2,66 Meilen langen Tri-Oval, zusammen 500,08 Meilen. Nach einem Phoenix-Wochenende, das die Tabelle kräftig durcheinander gewirbelt hat, führt Kyle Larson im Hendrick-Chevrolet mit gerade einmal fünf Punkten vor Christopher Bell, und sieben Fahrer liegen innerhalb von nur 56 Punkten an der Spitze.

Sieben Fahrer, 56 Punkte

NASCAR Cup Series
  1. 1. Kyle Larson 2441 Pkt.
  2. 2. Denny Hamlin 2368 Pkt.
  3. 3. Christopher Bell 2367 Pkt.
  4. 4. Chase Briscoe 2362 Pkt.
  5. 5. Joey Logano 2341 Pkt.
  6. 6. Ryan Blaney 2334 Pkt.
  7. 7. Tyler Reddick 2315 Pkt.

Kyle Larson steht bei 2.370 Punkten, Christopher Bell im #20 Toyota von Joe Gibbs Racing bei 2.365, nur fünf dahinter. Chase Briscoe liegt mit 2.346 Zählern auf Platz drei, 24 Punkte zurück, gefolgt von Teamkollege Denny Hamlin mit 2.339 (minus 31). Ryan Blaney und Joey Logano im Penske-Lager komplettieren mit 2.330 und 2.326 Punkten die Top sechs, Tyler Reddick rundet im #45 Toyota von 23XI Racing mit 2.314 Punkten und 56 Zählern Rückstand die Spitzengruppe ab.

Dass ausgerechnet vor Talladega sieben Fahrer derart dicht beieinander liegen, macht aus dem YellaWood 500 mehr als nur eine Pflichtübung auf dem Weg zum Finale. Auf einem Superspeedway, wo ein einziger Vorfall das gesamte Klassement umschreiben kann, zählt jeder Punkt aus den Stages genauso wie das Resultat am Ende.

Larsons Horrorwochenende in Phoenix und die Geschichte von Talladega

Larson reiste mit komfortablen 49 Punkten Vorsprung nach Phoenix, ehe ein Reifenschaden und ein Mauerkontakt ihn auf Platz 34 zurückwarfen. Das Polster schmolz auf die aktuellen fünf Punkte zusammen, und nun folgt für den Hendrick-Fahrer ausgerechnet jene Strecke, auf der er im Frühjahr nach dem berüchtigten Massencrash, in der NASCAR-Welt als ‘The Big One’ bekannt, nur Platz 40 belegte.

Talladega hat in dieser Saison bereits einmal für eine faustdicke Überraschung gesorgt: Im April 2026 feierte Carson Hocevar im #77 Spire Motorsports Chevrolet dort seinen allerersten Cup-Series-Sieg. Genau diese Unberechenbarkeit macht den Speedway zum Risikofaktor für jeden Titelanwärter, Larson eingeschlossen. Ein Rennen, in dem der Tabellenführer ohne eigenes Zutun aus dem Geschehen gerissen werden kann, lässt sich eben nicht einfach verwalten.

Joe Gibbs Racing stark besetzt, Reddick mit Rückenwind

Christopher Bell zeigt im Chase bemerkenswerte Konstanz, zuletzt Platz vier in Phoenix und zuvor ein knapp verpasster Sieg in Charlotte. Mit Bell auf Platz zwei, Chase Briscoe auf Platz drei und Denny Hamlin auf Platz vier hat Joe Gibbs Racing gleich drei Autos unter den Top vier der Meisterschaft im Titelrennen, ein Polster an Optionen, das sich im Saisonfinale noch als entscheidend erweisen könnte. Briscoe reist zudem als Titelverteidiger des Herbstrennens von Talladega an.

Tyler Reddick kommt mit frischem Selbstvertrauen nach Alabama. In Phoenix fuhr er im #45 Toyota von 23XI Racing einen späten Sieg vor Ryan Blaney heraus und hält damit seine Titelchance am Leben. 56 Punkte Rückstand auf Larson sind auf einem Superspeedway, wo Stage-Punkte und Positionswechsel im Pack jederzeit alles verschieben können, keineswegs aus der Welt.

Windschatten-Taktik gegen Chaos-Potenzial

Auf einer Strecke wie Talladega entscheidet selten reines Tempo, sondern die Fähigkeit, im Pack-Racing den Push zur richtigen Zeit zu setzen und im Draft die Linie zu halten. Team Penske gilt mit Ryan Blaney und Joey Logano seit Jahren als Referenz in genau dieser Windschatten-Taktik auf Superspeedways. Toyota wiederum geht mit der zahlenmässig stärksten Präsenz in den Top sieben der Tabelle ins Rennen, ein Vorteil, wenn es darum geht, sich im Pack gegenseitig zu pushen.

Nicht zu unterschätzen sind Aussenseiter wie Kaulig Racing mit AJ Allmendinger und Ty Dillon. Das Team tritt als einziges ohne technische Allianz und seit dieser Saison auch ohne Werksunterstützung an, auf einem Superspeedway kann aber auch ein Aussenseiter vorn landen. Nach Talladega bleiben ohnehin nur noch zwei Stationen bis zur Entscheidung, das Xfinity 500 in Martinsville am 1. November und das Straight Talk Wireless 400 in Homestead-Miami am 8. November. Wie eng es im Titelkampf aktuell zugeht, wird das YellaWood 500 schonungslos offenlegen, ganz gleich, wer am Ende als Erster die Ziellinie sieht.