Verstappen feiert Start-Ziel-Sieg in Singapur, Antonelli baut WM-Vorsprung aus

Mechanics celebrate from the pit wall as Race winner Max Verstappen of the Netherlands driving the (3) Oracle Red Bull Racing RB22 Red Bull Ford Powertrains takes the chequered flag during the F1 Grand Prix of Singapore at Marina Bay Street Circuit on October 11, 2026 in Singapore, Singapore. (Photo by Peter Fox/Getty Images)
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Max Verstappen führte den Grossen Preis von Singapur von der Pole bis zur Zielflagge an, während Andrea Kimi Antonelli mit Platz drei seinen Vorsprung in der Fahrerwertung weiter vergrösserte.

Max Verstappen holte sich am Sonntagabend auf dem Marina Bay Street Circuit seinen ersten Sieg beim Grand Prix von Singapur und krönte damit seinen 250. Formel-1-Start mit einem Start-Ziel-Erfolg. Charles Leclerc wurde im Ferrari Zweiter, Andrea Kimi Antonelli komplettierte das Podium und sicherte sich damit einen weiteren wichtigen Schritt im Titelkampf. Im Mittelfeld und am Ende des Feldes dagegen setzte sich ein schwieriges Wochenende fort, das bereits im Sprint am Vortag für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Ein Jubiläumssieg nach Mass

Von der Pole aus liess Verstappen an diesem Abend keine Zweifel aufkommen. Der Red-Bull-Pilot kontrollierte das Rennen von vorne und überquerte die Ziellinie am Ende mit 7,335 Sekunden Vorsprung auf Leclerc. Für Verstappen war es der erste Sieg seiner Karriere in Singapur, ausgerechnet bei seinem 250. Grand-Prix-Start, eine Marke, die sein Wochenende auch abseits der reinen Ergebniszeile zu einer besonderen Geschichte macht. Schon am Samstag hatte er den Sprint gewonnen.

Dass Red Bull in Marina Bay derart dominant auftreten würde, war nach dem durchwachsenen Trainingsfreitag, als Verstappen im ersten Training noch über sieben Zehntel hinter George Russell lag, nicht unbedingt abzusehen. Spätestens im Qualifying und im Sprint drehte sich das Bild jedoch, und im Rennen selbst liess der Niederländer keinen Angriff mehr zu.

Ferrari bestätigt die Form, Antonelli macht den grossen Schritt

16 LECLERC Charles (mco), Scuderia Ferrari SF-26, action during the 2026 Formula 1 Singapore Grand Prix, 17th round of the 2026 Formula One World Championship from October 9 to 11, 2026 on the Marina Bay Street Circuit, in Singapore, Singapore - Photo Florent Gooden / DPPI
16 LECLERC Charles (mco), Scuderia Ferrari SF-26, action during the 2026 Formula 1 Singapore Grand Prix, 17th round of the 2026 Formula One World Championship from October 9 to 11, 2026 on the Marina Bay Street Circuit, in Singapore, Singapore – Photo Florent Gooden / DPPI

Leclerc blieb bei diesem Rennen der einzige echte Widersacher, auch wenn der Rückstand am Ende deutlich ausfiel. Für Ferrari war es dennoch ein starker Auftritt, denn auch Lewis Hamilton brachte seinen Wagen auf Platz sechs ins Ziel, 45,853 Sekunden hinter seinem Teamkollegen. Dabei kostete Hamilton der Verzicht auf einen zweiten Boxenstopp Positionen, am Funk entschuldigte er sich anschliessend beim Team. Beide Scuderia-Piloten sammelten damit wichtige Punkte in einer Saison, in der Ferrari im direkten Vergleich mit Mercedes und McLaren um Konstanz ringt.

Die eigentliche Geschichte dieses Sonntags schrieb jedoch Andrea Kimi Antonelli. Mit Platz drei, 24,573 Sekunden hinter Verstappen, baute der Mercedes-Pilot seinen Vorsprung in der Fahrerwertung auf 102 Punkte vor Russell aus. Bei noch 150 zu vergebenden Punkten kann er bereits beim kommenden Rennen in Austin Weltmeister werden. Dafür muss er danach mehr als 125 Punkte vor jedem Verfolger liegen, also unter anderem 24 Punkte auf Russell gutmachen, eine Aussicht, die dem Rest des Feldes nur wenig Zeit lässt, die Lücke noch zu schliessen.

McLaren verarbeitet den Sprint, Russell kämpft sich zurück

Für McLaren war es ein Sonntag der Schadensbegrenzung nach einem turbulenten Sprint-Wochenende. Lando Norris und Oscar Piastri waren tags zuvor in der letzten Runde des Sprints aneinandergeraten, Piastri schied nach der Berührung aus, Norris rettete sich noch auf Platz acht. Teamchef Andrea Stella hatte das Manöver im Anschluss als inakzeptabel bezeichnet, die Rennkommissare sahen nach Prüfung jedoch keinen Grund für eine nachträgliche Strafe. Im Hauptrennen fanden beide Piloten zurück in die Punkte, Norris wurde Vierter, Piastri Fünfter, womit McLaren zumindest einen Teil des Sprint-Rückschlags auffing, ohne an diesem Abend mit Verstappen oder Leclerc mithalten zu können.

Auch George Russell lieferte eine bemerkenswerte Aufholjagd. Nachdem er wegen einer Motorstrafe von Startplatz 19 ins Rennen gehen musste, kämpfte er sich bis auf Platz neun vor, nur 1,291 Sekunden hinter Nico Hülkenberg, der für Audi auf Platz acht fuhr. Nach dem Ausfall im Sprint, als Russell nach einem starken Start bereits in der ersten Runde von der Strecke abkam, war diese Fahrt im Rennen ein Zeichen, dass Mercedes an diesem Wochenende nicht nur mit Antonelli Tempo im Auto hatte.

Ausfälle prägen das Mittelfeld

Für Gabriel Bortoleto endete der Grand Prix bereits nach sieben Runden. Der Audi-Pilot stellte seinen Wagen nahe der Boxenausfahrt mit einem vermuteten Getriebeproblem ab, das Auto fing anschliessend Feuer, was eine Phase mit dem Virtual Safety Car auslöste. Auch Alexander Albon blieb das Pech treu, nachdem er bereits im Sprint in eine Kollision verwickelt gewesen war, schied er nun auch im Hauptrennen aus und wurde auf Platz 18 gewertet. Lance Stroll, der mit einem vermuteten Kupplungsdefekt in Kurve 15 stehen blieb und damit ein zweites Virtual Safety Car auslöste, und Franco Colapinto komplettierten die Ausfallliste, während Liam Lawson für Racing Bulls mit Platz sieben das beste Ergebnis unter den verbliebenen Mittelfeldteams einfuhr.

Mit Blick auf die Meisterschaft bleibt Singapur vor allem als der Abend in Erinnerung, an dem Verstappen seinen ersten Sieg an dieser Strecke feierte und Antonelli gleichzeitig einen entscheidenden Schritt in Richtung Titel machte. Ob der Mercedes-Pilot die Krone tatsächlich schon in den USA holen kann, wird sich zeigen, die Ausgangslage dafür hat er sich in Marina Bay jedenfalls geschaffen.