Henri Dubois · Endurance-Korrespondent
Die FIA hat ihre Fahrerklassifizierung aktualisiert, und mit Valentino Rossi und Mathys Jaubert wechseln zwei sehr unterschiedliche Karrieren gleichzeitig von Silber zu Gold, eine Einstufung, die über ihre sportliche Zukunft im Prototypen- und GT3-Umfeld mitentscheidet.
Die FIA hat in ihrer jüngsten Aktualisierung der Fahrerklassifizierung, jenem vierstufigen System aus Bronze, Silber, Gold und Platin, das über die zulässigen Fahrerpaarungen in Pro-Am-Klassen entscheidet, zwei auffällige Namen in die Gold-Kategorie befördert: den früheren MotoGP-Weltmeister Valentino Rossi und den französischen Nachwuchsfahrer Mathys Jaubert. Beide galten bislang als Silber-Piloten, nun werden sie nach ihren jüngsten Auftritten im Sportwagensport als Gold eingestuft, eine Änderung, die unmittelbare Folgen für die Kaderplanung von GT3- und Prototypenteams haben dürfte, da Gold-Fahrer in vielen Klassen anders mit Bronze- oder Silber-Kollegen kombiniert werden müssen als zuvor.
Was die Einstufung über eine Saison aussagt
Die FIA-Fahrerklassifizierung ist kein Schnappschuss eines einzelnen Wochenendes, sondern das Ergebnis einer fortlaufenden Beobachtung über Rennserien, Klassen und Jahre hinweg. Sie bewertet frühere Erfolge, das Renn-Niveau, in dem ein Fahrer unterwegs war, und die reine Erfahrung in Prototypen und GT-Fahrzeugen, bevor am Ende eine der vier Stufen Bronze, Silber, Gold oder Platin vergeben wird. Für Rossi hat diese Bewertung nun einen neuen Stand erreicht, nach seinen Einsätzen im GT World Challenge Europe und in der FIA WEC wird er nicht mehr als Silber-, sondern als Gold-Fahrer geführt.
Für Teams, die in der Pro-Am-Wertung antreten, ist diese Unterscheidung weit mehr als Formsache. In vielen Reglements muss mindestens ein Fahrer im Trio oder Duo aus der Bronze- oder Silber-Kategorie stammen, während ein Gold-Pilot als vollwertiger Profi gilt und entsprechend andere Mindestfahrzeiten oder Kombinationsregeln mit sich bringt. Ein Aufstieg wie der von Rossi dürfte also nicht nur ein Etikett verändern, sondern auch die Art, wie ein Team seinen Kader für eine ganze Saison zusammenstellen darf.
Jaubert und acht weitere Aufsteiger
Neben Rossi wechselt auch Mathys Jaubert von Silber zu Gold, ein Schritt, der für den jungen Franzosen eine andere Bedeutung haben dürfte als für den italienischen Routinier. Während Rossi als etablierter Name mit jahrelanger Erfahrung aus zwei Motorsportdisziplinen kommt, dürfte die Höherstufung bei Jaubert eher den Punkt markieren, an dem ein Nachwuchsfahrer aus der Kategorie der klar Lernenden heraustritt und fortan mit höheren Erwartungen an seine Leistungsdichte über ein Rennwochenende gemessen wird.
Jaubert steht dabei nicht allein. In derselben Aktualisierung steigen auch Jonny Edgar, Riccardo Pera, Ben Dörr, Tom Fleming, Atsushi Miyake, Ben Tuck, Joseph Loake und Hugo Cook von Silber zu Gold auf, eine Gruppe, die zeigt, wie viele Fahrerkarrieren sich derzeit in genau diesem Übergang befinden, vom talentierten Nachwuchspiloten zum Profi, der in Pro-Am-Besetzungen nicht mehr als Ergänzung, sondern als tragender Teil eines Fahrer-Trios gerechnet wird.
Bewegung auch an der Spitze der Klassifizierung
Während Rossi, Jaubert und die übrigen Aufsteiger nun die Gold-Stufe erreichen, hat sich am oberen Ende der Skala ebenfalls etwas verschoben. Julien Andlauer, Phil Hanson, Laurin Heinrich, Kyle Kirkwood, Norman Nato und Yifei Ye wurden von Gold zu Platin hochgestuft, der höchsten Kategorie, die in Pro-Am-Besetzungen meist gar nicht mehr eingesetzt werden darf. Für diese Fahrer dürfte der Schritt faktisch das Ende ihrer Verfügbarkeit für Kundenteams bedeuten, die auf eine Bronze- oder Silber-lastige Besetzung angewiesen sind.
In der Summe ergibt die Aktualisierung ein Bild, das über einzelne Namen hinausgeht: Teams, die in den kommenden Monaten ihre Fahrerkader für GT3- und Prototypen-Programme planen, müssen nun mit einem veränderten Angebot arbeiten, einigen zusätzlichen Gold-Fahrern auf der einen Seite, einigen weggefallenen Platin-Optionen für Pro-Am-Kombinationen auf der anderen. Wie genau sich das auf die Besetzungen der kommenden Saison auswirkt, dürfte sich erst zeigen, wenn die ersten Nennlisten für GT World Challenge Europe, WEC und IMSA veröffentlicht werden.




