Engstler holt erste DTM-Pole seiner Karriere im nassen Hockenheim-Qualifying

#130 Luca Engstler (DEU / Lamborghini Temerario GT3 / Red Bull Team Abt), Hockenheimring 2026
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2–3 Minuten

Klaus Weber · DTM-Korrespondent

Auf abtrocknender Strecke sicherte sich Luca Engstler beim Saisonfinale in Hockenheim die erste Pole-Position seiner DTM-Karriere, während Tabellenführer Thomas Preining als Dritter seinen Vorsprung ausbaute.

Luca Engstler (Abt Sportsline) hat am Samstag im ersten Qualifying des DTM-Saisonfinales in Hockenheim die Pole-Position geholt. Auf nasser, abtrocknender Strecke fuhr er eine Zeit von 1:47.048 Minuten und verwies Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) und Thomas Preining (Manthey EMA) auf die Plätze zwei und drei. Es war die erste Pole-Position seiner DTM-Karriere.

Zehn Sekunden Zeitverlust durch wechselnde Bedingungen

Die Rundenzeiten im Qualifying lagen rund zehn Sekunden über den Werten aus dem ersten freien Training vom Vortag, in dem Preining mit 1:36.974 Minuten die Bestzeit markiert hatte. In der Session herrschten wechselnde, abtrocknende Bedingungen, die Grip-Niveau und Reifenwahl grundlegend veränderten.

Die Reifenwahl wurde dabei zum Glücksspiel: Einige Fahrer wechselten zwischen Regenreifen und Slicks hin und her, Maro Engel setzte schon in der Anfangsphase auf Slicks. Wer früh fährt, trifft auf eine noch feuchtere Fahrbahn, wer spät fährt, profitiert von der zunehmenden Abtrocknung, muss aber das enger werdende Zeitfenster vor Session-Ende treffen. Engstler gelang das am besten: Sein Vorsprung betrug 0,407 Sekunden auf Auer und 0,459 Sekunden auf Preining.

Titelkampf: Preining Dritter, Engel und Wittmann ohne Punkte

DTM, 15. + 16. Rennen Hockenheim 2026 #14 Ferrari 296 GT3 EVO, EMIL FREY RACING: Matteo Cairoli, #22 Mercedes-AMG GT3 EVO, Landgraf Motorsport: Lucas Auer, #91 Porsche 911 GT3 R (992), Manthey: Thomas Preining, #80 Mercedes-AMG GT3 EVO, Winward Racing: Maro Engel, #11 BMW M4 GT3 Evo, Schubert Motorsport: Marco Wittmann, #7 Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO, Comtoyou Racing: Nicki Thiim - picture by Gruppe C Photography
The DTM title contenders Matteo Cairoli, Lucas Auer, Thomas Preining, Maro Engel, Marco Wittmann, and Nicki Thiim (left to right)

Preining, der als Gesamtführender ins Finale ging, holte mit Platz drei einen Punkt für die Qualifying-Wertung, obwohl ihm seine schnellste Runde wegen Überschreitens der Streckenbegrenzung gestrichen wurde. Seine beiden ärgsten Verfolger gingen leer aus: Maro Engel (Winward Racing), nach Zwischenfällen am Nürburgring und am Sachsenring mit 24 Punkten Rückstand Zweiter der Gesamtwertung, qualifizierte sich als Siebter. Marco Wittmann (Schubert Motorsport, 25 Punkte zurück) kam nicht über Position elf hinaus.

Abgeschlossen ist dagegen der Streit um Mirko Bortolottis Disqualifikation in Oschersleben: Das DMSB-Berufungsgericht wies die Berufung von GRT Grasser Racing Team am 25. September ab. Ob das Team noch vor das FIA-Berufungsgericht zieht, ist offen, der Champion soll laut ADAC trotzdem in Hockenheim gekürt werden. Bortolotti selbst fuhr in Hockenheim die sechstschnellste Zeit.

Gounon und Paul am Ende des Feldes

Am Ende des Feldes gab es deutliche Kontraste. Jules Gounon (Winward Racing), der sich am Sachsenring bei einer unverschuldeten Kollision mit Nicki Thiim eine Prellung an der linken Hand zugezogen hatte, kam mit 1:52.037 Minuten nicht über Platz 20 hinaus, knapp fünf Sekunden langsamer als Polesetter Engstler. Noch deutlicher fiel der Rückstand von Maximilian Paul (GRT Grasser Racing Team) aus: Mit 1:53.285 Minuten blieb er Letzter und über sechs Sekunden hinter der Spitze, nachdem er bereits im ersten freien Training nur Mittelfeldzeiten gezeigt hatte.

Für das erste Rennen des Finalwochenendes bedeutet das Ergebnis: Engstler startet erstmals in seiner Karriere von der Pole-Position, Titelfavorit Preining geht von Platz drei ins Rennen, während seine Verfolger Engel und Wittmann aus dem Mittelfeld angreifen müssen.