Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Ein Deal, der weit über die nächste Saison hinausreicht und das Team für die grosse Reglement-Umstellung in der IndyCar-Serie absichert.
Arrow McLaren hat am 6. Oktober 2026 eine mehrjährige Verlängerung seiner Motorenpartnerschaft mit Chevrolet bekannt gegeben. Die Vereinbarung sichert die Zusammenarbeit für die Saison 2027 ab und schliesst die Einführung der neuen IndyCar-Fahrzeuggeneration im Jahr 2028 ein, ein klares Signal an die Konkurrenz, dass das Team bei General Motors fest eingeplant bleibt. Die genaue Laufzeit nannten beide Seiten nicht.
Der Blick richtet sich schon auf das Chassis von 2028

Der Zeitpunkt der Verlängerung ist kein Zufall. Für 2028 bereitet die IndyCar-Serie mit dem Dallara IR-28 ein komplett neues Chassis vor, mit verbesserter Aerodynamik, optimiertem Leistungsgewicht und neuen Sicherheitsstandards. Dazu kommt ein neuer 2,4-Liter-V6 mit zwei Turboladern und Hybridsystem, dessen technisches Reglement Chevrolet und Honda noch fertig abstimmen. Wer bei so einer Umstellung technisch vorn mitfahren will, braucht Vorlauf, keine Last-Minute-Entscheidungen.
Genau da setzt der frühe Vertragsabschluss an. Die Ingenieure von McLaren und Chevrolet/General Motors können jetzt schon eng an der Integration von Antrieb und neuem Chassis arbeiten, statt erst kurz vor der Einführung ins Detail zu gehen. Eric Warren, Vice President of Global Motorsports Competition bei General Motors, brachte es so auf den Punkt: “Arrow McLaren ist ein wichtiger Bestandteil des IndyCar-Programms von Chevrolet. Diese Verlängerung spiegelt die Stärke der technischen Beziehung wider, die wir aufgebaut haben. Während sich die Serie auf die nächste Generation von Auto und Antriebsstrang zubewegt, ist die enge Zusammenarbeit unserer Ingenieure entscheidend.”
Sieben Jahre, 14 Siege, eine gewachsene Bilanz
Die Partnerschaft reicht zurück bis zum Vollzeit-Einstieg von McLaren in die IndyCar-Serie 2020, damals noch als Arrow McLaren SP. Seitdem stehen 14 Rennsiege, 54 Podestplätze und 13 Pole-Positions zu Buche, dazu ein Beitrag zu mehreren Herstellertiteln von Chevrolet. Das ist die Art Zahlen, die aus einem Engagement ein verlässliches Fundament machen.
Zak Brown, CEO von McLaren Racing, ordnete die Verlängerung entsprechend ein: “Unsere Verlängerung mit Chevrolet ist der Schlüssel zu unserem Gesamtziel, sowohl die IndyCar-Meisterschaft als auch die Indy 500 zu gewinnen. In den letzten sieben Saisons haben das Team und Chevy über verschiedene Entwicklungen hinweg eng zusammengearbeitet.” Das ist keine beiläufige Formulierung, die Indy 500 bleibt für jedes Team im Paddock das grösste Ziel überhaupt, und ohne einen verlässlichen Motorenpartner lässt sich das gar nicht erst ernsthaft angehen.
Stabilität im Antrieb trifft auf ein starkes Fahreraufgebot
Während die Motorenfrage jetzt für Jahre geklärt ist, stellt sich Arrow McLaren auch im Cockpit neu auf. Neben Aushängeschild Pato O’Ward fahren mit dem sechsfachen Champion Scott Dixon und Felix Rosenqvist, dem Sieger der Indy 500 2026, zwei weitere hochkarätige Piloten für das Team, eine Aufstellung, die zeigt, wie ernst es das Team mit seinem erklärten Ziel meint.
Die technische Seite ist damit für die nächsten Jahre abgesichert, die sportliche muss jetzt liefern. Mit einem festen Motorenpartner im Rücken und einem Fahrerkader dieser Qualität dürfte Arrow McLaren im Kampf um Meisterschaft und Indy 500 in den kommenden Saisons zu den Teams gehören, an denen die Konkurrenz zuerst vorbeifahren muss.





