Henri Dubois · Endurance-Korrespondent
Statt wie geplant erst 2027 wechselt Peugeot TotalEnergies’ Nachwuchsfahrer bereits bei den beiden letzten Saisonläufen in Barcelona und Monza ins Hypercar-Cockpit.
Team Peugeot TotalEnergies hat bekanntgegeben, dass Alex Quinn sein WEC-Renndebüt im Hypercar früher als ursprünglich vorgesehen geben wird. Statt wie geplant 2026 als reiner Test- und Entwicklungsfahrer zu fungieren und erst ab 2027 als Stammfahrer anzutreten, steht der Aufsteiger nun bereits bei den beiden verbleibenden Saisonläufen in Barcelona und Monza im Rennkader des Teams, wie Peugeot mitteilte. Quinn übernimmt im #93 den Platz von Stoffel Vandoorne, der das Team nach dem Lauf in Fuji verlassen hat, und teilt sich das Auto mit Paul di Resta und Nick Cassidy.
Vom Entwicklungsfahrer zum Renneinsatz

Quinns Rolle bei Peugeot war bislang klar umrissen: Er sollte 2026 vor allem im Hintergrund arbeiten, Simulatorsessions begleiten und bei Testfahrten Daten sammeln, während das Stammaufgebot die Rennwochenenden bestreitet. Erst ab 2027 war ein fester Platz im Hypercar-Cockpit vorgesehen. Dass dieser Fahrplan nun vorgezogen wird, ist eine bemerkenswerte Entscheidung für ein Werksteam, das in der Hypercar-Klasse keine Experimente braucht, sondern Zuverlässigkeit über die volle Renndistanz.
Teamchef Emmanuel Esnault bezeichnete den Schritt als naheliegende Entscheidung: Da Quinn ab 2027 ohnehin zum Stammaufgebot gehöre, sei jede Erfahrung aus Barcelona und Monza wertvoll für die Zukunft. Quinn selbst sprach von einem stolzen Moment seiner Karriere, im Team fühle er sich bereits zu Hause. Sportlich bringt er Rückenwind mit: In diesem Jahr gewann er mit George Kurtz für CrowdStrike by Algarve Pro Racing den LMP2-Titel der IMSA WeatherTech SportsCar Championship, dazu kommt der Sieg in der LMP2-Pro/Am-Wertung der 24 Stunden von Le Mans.
Was das für Peugeot bedeutet
In der Herstellerwertung der Hypercar-Klasse liegt Peugeot nach sechs von acht Läufen mit 24 Punkten auf Rang sieben von acht Marken, Spitzenreiter Toyota steht bei 169 Punkten. Gleichzeitig steht das Fahreraufgebot vor einem Umbruch: Neben Vandoorne verlässt laut Autosport auch Théo Pourchaire das Team zum Saisonende, Jean-Éric Vergne soll Berichten zufolge in ein Renncockpit zurückkehren. Ein zusätzlicher Fahrer im Kader ist für Peugeot deshalb vor allem eine Frage der Kontinuität und der langfristigen Aufstellung.
Dass Peugeot Quinn nun schon vor dem offiziell für 2027 vorgesehenen Stammplatz ins Renngeschehen holt, dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass ein Langstreckenteam seine Fahrer-Trios idealerweise schon vor einer vollen Saison unter echten Rennbedingungen erprobt, mit allem, was dazugehört: Boxenstopp-Kommunikation unter Druck, Stint-Längen im Renntempo und das Einfinden in eine bestehende Boxencrew. Ein Testprogramm kann vieles simulieren, die Zermürbung eines echten Hypercar-Stints über eine volle Renndistanz aber nur bedingt.
Blick nach Barcelona
Der Lauf in Barcelona wird damit zur ersten echten Bewährungsprobe für Quinn im Renntrimm, noch bevor er ab 2027 offiziell als Stammfahrer im Peugeot-Kader geführt wird. Für das Team bedeutet das ein Wochenende, in dem sich zeigen muss, wie gut die Vorarbeit aus der Entwicklungsrolle tatsächlich trägt, wenn es im Rennen selbst zählt und nicht nur im Simulator oder bei Testfahrten.
Nach Barcelona folgt für Quinn das Saisonfinale in Monza. Zwei Rennen sind nicht viel, aber genug, um zu zeigen, wie nah er dem Anspruch an einen Stammfahrer ab 2027 bereits ist.





