Keine Startplatzstrafe für Hamilton: FIA verteilt zweite Verwarnung nach Beinahe-Crash mit Lawson

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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Trotz eines als schwerwiegend eingestuften Blockademanövers vor der schnellen Passage von Kurve 19 kommt Lewis Hamilton in Baku glimpflich davon.

Die FIA hat Lewis Hamilton nach einem gefährlichen Zwischenfall im zweiten Freien Training von Baku mit einer offiziellen Verwarnung belegt, auf eine Startplatzstrafe aber verzichtet. Der Ferrari-Pilot hatte sich auf seiner Aufwärmrunde entgegen den Anweisungen der Rennleitung auf der Ideallinie befunden, als Liam Lawson im Racing Bulls mit hohem Tempo von hinten heranflog und ausweichen musste, um eine Kollision zu vermeiden. Es ist bereits die zweite Verwarnung für Hamilton in dieser Saison.

Strikte Vorgaben missachtet: Was in Baku vor Kurve 19 geschah

Der Baku City Circuit gehört zu den anspruchsvollsten Strecken im Kalender, gerade weil sich langsame und schnelle Fahrten auf engstem Raum begegnen. Um genau solche Situationen zu entschärfen, hatte die Rennleitung im Vorfeld des Wochenendes klare Vorgaben erlassen: Fahrzeuge auf langsamen Runden oder Out-Laps müssen sich zwischen dem Ausgang von Kurve 16 und dem Eingang von Kurve 18 strikt links halten, um schnellen Autos Platz zu lassen. Zusätzlich sind Teams und Fahrer angehalten, die Abstände so zu steuern, dass niemand im Abschnitt zwischen den Scheitelpunkten von Kurve 18 und 19, dem schnellsten Teil der Strecke, behindert wird.

Hamilton hielt sich bei seiner Aufwärmrunde nicht an diese Anweisung und blieb auf der Ideallinie, als Lawson mit deutlich höherem Tempo heranschoss. Der Racing-Bulls-Pilot musste auf offener Strecke vom Gas gehen und leicht anbremsen, um eine Berührung zu vermeiden, ein Manöver, das bei den erreichten Geschwindigkeiten kaum Fehler verzeiht.

Mildernde Umstände statt Grid-Strafe

Die Rennkommissare stuften das Behindern selbst als schwerwiegend ein, verzichteten aber auf eine Versetzung in der Startaufstellung. Neben dem fehlenden Vorsatz spielte laut Bericht von grandepremio.com auch das seit dieser Saison geltende Motorenreglement eine Rolle: Die veränderten Hybrid-Systeme und das Rekuperieren am Rundenende erzeugen teils erhebliche Tempounterschiede zwischen den Fahrzeugen, was das Abstandsmanagement für die Fahrer merklich erschwert. Diese technische Besonderheit dürfte den Ausschlag dafür gegeben haben, dass die Kommissare bei der milderen Sanktion blieben.

Fünfte Verwarnung würde automatische Strafe auslösen

Für Hamilton bleibt der Vorfall dennoch nicht folgenlos. Es ist bereits seine zweite Verwarnung der Saison 2026, und das Reglement der FIA sieht vor, dass die fünfte Verwarnung eines Fahrers in einer Saison automatisch eine Versetzung um zehn Startplätze nach sich zieht, sofern mindestens vier der Verwarnungen wegen Fahrverstössen ausgesprochen wurden. Hamilton hat damit zwar noch Spielraum, doch dieser schrumpft mit jedem weiteren Zwischenfall dieser Art. Wie vorsichtig der Ferrari-Pilot künftig bei ähnlichen Situationen agiert, dürfte sich schon in den kommenden Rennwochenenden zeigen.