Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Mitten in der Saison wechselt bei RFK Racing der Mann an der Boxenwand: Brad Keselowski bekommt vor dem Rennen in Kansas einen neuen Crew-Chief.
RFK Racing und Crew-Chief Jeremy Bullins gehen ab sofort getrennte Wege. Die Trennung sei einvernehmlich erfolgt, teilte das Team mit. Bullins verlässt die Nummer 6 von Brad Keselowski, um eine andere Funktion innerhalb der NASCAR Cup Series zu übernehmen. Als neuer Crew-Chief steht ab dem Hollywood Casino 400 auf dem Kansas Speedway Mike Skarbowski an der Boxenwand, bislang Renningenieur und Leiter des kompletten Drei-Wagen-Aufgebots von RFK Racing.
Ein Wechsel mitten im Kalender
Crew-Chief-Wechsel während der Saison sind in der Cup Series immer ein Signal, egal wie einvernehmlich sie über die Bühne gehen. Bei RFK Racing kommt der Schnitt zu einem Zeitpunkt, an dem Keselowski mit Platz 18 in der Punktewertung 2026 hinter den eigenen Ansprüchen liegt. Ein Team, das mit einem seiner Gründer als Fahrer antritt, dürfte solche Ergebnisse doppelt spüren.
Bullins geht nicht aus dem Sport, sondern übernimmt laut Team eine andere Rolle innerhalb der Cup Series. Das unterscheidet diese Trennung von einer klassischen Entlassung: Beide Seiten sprechen von einem einvernehmlichen Schritt, keine Seite von einem Bruch.
Vom Renningenieur an die Boxenwand
Mike Skarbowski ist kein Unbekannter im RFK-Umfeld. Als Renningenieur leitete er zuletzt das gesamte Drei-Wagen-Aufgebot des Teams und kennt damit die Abläufe an der Boxenwand ebenso wie die technischen Details des Autos, mit dem Keselowski seit Wochen um Punkte kämpft. Der interne Aufstieg spricht dafür, dass RFK Racing auf Kontinuität in der Fahrzeugphilosophie setzt und den Umbruch nicht als kompletten Neuanfang versteht, sondern als Wechsel an der Spitze des bestehenden Crew-Gefüges.
Sein erster Renneinsatz als Crew-Chief für die Nummer 6 folgt beim Hollywood Casino 400 auf dem Kansas Speedway. Ein Mile-and-a-half-Oval mit engem Verkehr in den Restarts ist kein schlechter erster Test für ein neues Führungsduo an der Boxenwand, aber auch kein Ort, an dem man sich lange einspielen kann.
Was der Wechsel für Keselowski bedeutet

Für Keselowski selbst geht es um mehr als nur einen einzelnen Namen an der Boxenwand. Als Fahrer und Teilhaber von RFK Racing trägt er den 18. Platz in der Punktewertung mit doppeltem Gewicht, sportlich wie unternehmerisch. Ein Crew-Chief-Wechsel mitten im Jahr dürfte deshalb weniger als Krisenreaktion zu lesen sein und mehr als Versuch, mit frischen Impulsen an der Boxenwand die zweite Saisonhälfte anders anzugehen.
Ob Skarbowski der Nummer 6 den nötigen Schub gibt, wird sich erst über mehrere Rennwochenenden zeigen, nicht schon in Kansas allein. Für Keselowski und RFK Racing bleibt die Ausgangslage klar: Ohne deutliche Verbesserung im Punktestand dürfte der Weg in die Playoffs von Woche zu Woche enger werden.




