Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Im ersten freien Training zum DTM-Wochenende am Sachsenring war Manthey EMA das Mass der Dinge, doch das Feld dahinter lag so eng wie selten.
Thomas Preining fuhr im ersten Training am Freitag die schnellste Runde des Tages. Mit 1:18.148 Minuten lag der Manthey-EMA-Pilot 0,087 Sekunden vor Kelvin van der Linde im Schubert-Motorsport-Auto, der die Manthey-Doppelspitze mit Ricardo Feller auf Rang drei trennte. Für das Team aus Meuspath bedeutete die Session einen soliden Auftakt auf einer Strecke, die wegen ihrer kurzen Geraden und der Vielzahl an langsamen Kurven traditionell hohe Anforderungen an die mechanische Traktion stellt.
Manthey EMA vorn, aber van der Linde hält dagegen
Preining und Feller belegten mit Rängen eins und drei zwei der drei vordersten Plätze, ein Ergebnis, das für die Balance-of-Performance-Diskussion vor dem Qualifying am Samstag relevant sein dürfte. Zwischen beiden Manthey-Fahrzeugen schob sich van der Linde, der Feller um 0,126 Sekunden hinter sich liess. Der Schubert-Pilot bestätigte damit die Form, die er in den vergangenen Wochenenden gezeigt hatte, auch wenn ein einzelnes Freitagstraining im Renntrimm naturgemäss wenig über die tatsächliche Pace am Sonntag aussagt.
Der zweite Schubert-Wagen von Marco Wittmann kam dagegen nicht über Platz zwölf hinaus, 0,923 Sekunden hinter Preining. Die Differenz von fast einer Sekunde zwischen beiden Schubert-Fahrzeugen ist an einem Freitagvormittag nicht ungewöhnlich, da Teams in dieser Phase häufig unterschiedliche Set-up-Varianten und Reifensätze testen, bevor sie sich für das Qualifying auf eine Richtung festlegen.
Winward Racing und GRT Grasser im engen Verfolgerfeld

Jules Gounon und Maro Engel brachten beide Winward-Fahrzeuge auf die Plätze vier und fünf, mit einem Rückstand von 0,380 respektive 0,416 Sekunden auf Preining. Mirko Bortolotti komplettierte im GRT-Grasser-Auto die Top sechs, 0,480 Sekunden zurück. Damit lagen die ersten sechs Fahrer innerhalb einer halben Sekunde, ein Wert, der die Feldstärke der DTM in diesem Reglementsjahr unterstreicht.
Bemerkenswert war zudem der Abstand innerhalb der Top zehn: Nicki Thiim auf Platz zehn fehlten 0,804 Sekunden auf die Bestzeit, während die Lücke zwischen Rang sieben (Ben Dörr) und Rang zehn gerade einmal 0,201 Sekunden betrug. Für das Qualifying deutet das darauf hin, dass schon kleine Fehler oder eine suboptimal getroffene Reifenwahl über mehrere Startplätze entscheiden könnten.
Abt Sportsline mit Aufholbedarf im Mittelfeld
Während Manthey, Schubert und Winward die vorderen Ränge unter sich ausmachten, blieb Abt Sportsline im ersten Training deutlich zurück. Luca Engstler kam mit 0,976 Sekunden Rückstand auf Platz 13, Marco Mapelli fiel mit 1,156 Sekunden auf Rang 17 zurück. Ob es sich dabei um eine bewusste Trainingsstrategie mit Fokus auf Renntrimm oder um tatsächliche Pace-Probleme handelt, lässt sich aus einer einzelnen Session nicht ableiten.
Am Ende des Feldes fanden sich mit Nicolas Baert und Finn Wiebelhaus zwei Fahrer wieder, die mehr als 1,5 Sekunden auf die Bestzeit einbüssten. Für das weitere Wochenende bleibt entscheidend, wie sich diese Abstände im zweiten Training und vor allem im Qualifying entwickeln, wenn die Boxenstopp-Strategie für die beiden Rennen am Wochenende erstmals eine Rolle spielt.





