Norris beendet McLarens Wartezeit, Piastri zerbricht an der eigenen Führung

Lando Norris | Pirelli
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Am Hungaroring holte sich Lando Norris seinen ersten Saisonsieg 2026, während sein Teamkollege Oscar Piastri eine komfortable Führung an ein Getriebeproblem verlor.

Fünfzehn Sekunden, so gross war am Ende der Vorsprung von Lando Norris auf Max Verstappen, als die Zielflagge in Budapest fiel. Doch diese Zahl erzählt nur die halbe Geschichte eines Nachmittags, der für McLaren mit Jubel begann und mit einem stillen Rückzug in die Box endete. Norris gewann sein zwölftes Grand-Prix-Rennen und das erste in dieser Saison, doch der eigentliche Wendepunkt des Rennens trug einen anderen Namen: Oscar Piastri, der die erste Rennhälfte souverän angeführt hatte, ehe ihn ein Getriebeschaden aus dem Rennen nahm.

Ein Start, der alles veränderte

Norris hatte sich die Pole gesichert, seine erste des Jahres und zugleich die erste für McLaren überhaupt in dieser Saison, nachdem Mercedes zuvor bei allen zehn Rennen die Bestzeit im Qualifying gestellt hatte. Es war ein Bruch mit einer Serie, die bis dahin wie eine Gesetzmässigkeit gewirkt hatte. Lewis Hamilton, der im Qualifying nur zwölf Tausendstel dahinter blieb, verpasste damit auch die Chance auf seine 105. Karriere-Pole und einen Rekord in Ungarn selbst.

Im Rennen aber war es nicht Norris, der die erste Kurvenfolge am besten traf. Piastri nutzte einen weiten Bogen seines Teamkollegen in Kurve drei, um vorbeizuziehen, und übernahm die Führung, die er bis zur Rennmitte nicht mehr abgeben sollte. Für den Australier war es die Bestätigung einer starken Form in dieser Saison, doch der Hungaroring sollte ihm keinen weiteren Sieg schenken.

Piastris Zusammenbruch und Norris' zweite Chance

Was folgte, war eine der bittersten Wendungen der bisherigen Saison. Piastri geriet in Rundenverkehr, verlor dadurch seinen Vorsprung und musste kurz darauf wegen eines Getriebeschadens an die Box, aus dem Rennen genommen von einem Defekt, den weder Fahrkönnen noch Strategie hätten verhindern können. Der Frust war auch über Funk zu hören, wo mehrfach Passagen zensiert werden mussten, ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr ihn der Ausfall traf, ausgerechnet zur Saisonmitte, in der Konstanz eigentlich zählen sollte.

Norris übernahm die Führung und liess sie sich in der zweiten Rennhälfte nicht mehr nehmen. Anders als in den Rennen zuvor, in denen McLaren phasenweise um Boden kämpfen musste, kontrollierte er das Tempo von vorne und baute den Vorsprung sukzessive aus. Verstappen blieb Red Bulls einziger Trumpf auf der Strecke, konnte den Rückstand aber nie unter eine kritische Marke drücken, ein Resultat, das ihm zumindest den zweiten Platz und wichtige Punkte im Titelkampf sicherte.

Antonellis Podestplatz und der Blick nach vorn

Für Aufsehen sorgte auch Andrea Kimi Antonelli, der mit Platz drei sein bislang bestes Resultat der Saison einfuhr und Mercedes damit zumindest einen Podestplatz rettete, nachdem das Team zuvor die gesamte Pole-Serie verloren hatte. Charles Leclerc und Lewis Hamilton komplettierten mit den Rängen vier und fünf ein solides, wenn auch nicht überragendes Ferrari-Wochenende, während Isack Hadjar und George Russell die Punkteränge dahinter belegten.

Am unteren Ende des Feldes bleibt die Lage bei Cadillac angespannt: Sergio Pérez und Valtteri Bottas fielen beide aus, nachdem Pérez bereits im Qualifying gecrasht war und von hinten starten musste. Für Piastri und McLaren bedeutet der Hungaroring dagegen eine Geschichte mit zwei Gesichtern, dem ersten Saisonsieg auf der einen und einem schmerzhaften Ausfall auf der anderen Seite. Wie das Team diese Doppelbelastung in der zweiten Saisonhälfte verarbeitet, dürfte mit darüber entscheiden, ob der Titelkampf in diesem Jahr wirklich offen bleibt.

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