Cowboy-Look und Herta-Debüt auf Heimboden: Cadillac rüstet sich für Austin

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Marco Rossi · F1-Korrespondent

In Austin fährt Cadillac im Cowboy-Look, bringt neue Updates an den Start und überlässt Colton Herta für eine Session das Cockpit seines Heimrennens.

Beim Grossen Preis der USA auf dem Circuit of The Americas in Austin tritt das Cadillac Formula 1 Team zu seinem zweiten Heimrennen der Debütsaison 2026 an, mit drei Besonderheiten zugleich: einer eigens für Texas entworfenen Sonderlackierung, technischen Updates am MAC-26 sowie dem Einsatz von Testfahrer Colton Herta im ersten freien Training, der dafür ins Cockpit von Stammfahrer Sergio Pérez steigt.

Ein Lackkleid für Texas

Für das Wochenende in Austin hat Cadillac seinem MAC-26 ein Sonderdesign verpasst, das sich sichtbar am Cowboy-Stil der texanischen Heimat des Rennens orientiert. Es ist eine kleine Geste an den Standort, aber auch ein Signal: Das junge Team, erst in seiner Debütsaison, sucht die Nähe zum amerikanischen Publikum und nutzt sein zweites Heimrennen der Saison, um sich sichtbar zu positionieren.

Dass das Team bereits zum dritten Mal in seiner Debütsaison eine Sonderlackierung an den Start bringt, nach Miami im Mai und Silverstone im Juli, sagt zugleich auch etwas über den Anspruch von Cadillac aus. Wer sich in der Formel 1 etablieren will, braucht nicht nur Tempo auf der Strecke, sondern auch eine erkennbare Identität in der Fanlandschaft, und Austin bietet dafür die passende Bühne.

Kleine Schritte am Unterboden

Neben der Optik hat Cadillac auch technisch nachgelegt. Nach Angaben von Teamchef Marcin Budkowski bringt der Rennstall kleinere Updates am Unterboden sowie Anpassungen am Kühlsystem mit nach Texas. Beides zielt weniger auf einen grossen Leistungssprung als auf das systematische Sammeln von Daten auf einer Strecke, die mit ihren schnellen Richtungswechseln und dem langen Anstieg zur ersten Kurve hohe Anforderungen an Aerodynamik und Kühlung stellt.

Für ein Debütteam wie Cadillac ist jede Session mit neuem Bauteil im Feld eine Gelegenheit, die eigene Entwicklungsarbeit mit der Realität auf der Strecke abzugleichen. Entscheidend dürfte weniger sein, wie gross der Sprung an diesem einen Wochenende ausfällt, sondern ob sich die Richtung der Entwicklung bestätigt.

Heimspiel für Herta

Im ersten freien Training am Freitag, 23. Oktober, übernimmt Colton Herta das Steuer des MAC-26 von Sergio Pérez. Für den US-Amerikaner, der bei Cadillac als Testfahrer geführt wird, ist es bereits die vierte Trainingssession der laufenden Saison, nach Einsätzen in Barcelona, Budapest und Monza. Austin ist für ihn jedoch die erste Gelegenheit, im eigenen Land im Formel-1-Cockpit zu sitzen.

Der Ort hat für Herta eine besondere Bedeutung. Auf dem Circuit of The Americas feierte er 2019 seinen ersten Sieg in der IndyCar-Serie, lange bevor an eine Formel-1-Karriere überhaupt zu denken war. Dass er nun ausgerechnet dort sein erstes FT1 auf heimischem Boden bestreitet, verleiht dem Einsatz über das rein Sportliche hinaus eine persönliche Note.

Nach dem Training wird das Cockpit wieder an Sergio Pérez übergeben, der das restliche Wochenende gemeinsam mit Valtteri Bottas bestreitet. Für Cadillac bleibt der Auftritt in Austin damit vor allem eines: ein Baustein in der Debütsaison, in dem Sonderlackierung, Updates und Hertas Einsatz zusammen zeigen, wie ein neues Team gleichzeitig an Sichtbarkeit und an Substanz arbeitet. Wie belastbar die gesammelten Daten tatsächlich sind, dürfte sich erst in den kommenden Rennen zeigen, wenn die Updates unter Rennbedingungen Bestand haben müssen.