Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Beim South Point 400 führte Chase Briscoe 175 von 267 Runden an und holte sich seinen zweiten Saisonsieg, während sich Kyle Larson in der letzten Kurve an der Mauer rettete.
Chase Briscoe hat das South Point 400 am Sonntag auf dem Las Vegas Motor Speedway gewonnen und damit seinen zweiten Saisonsieg sowie den siebten Cup-Series-Erfolg seiner Karriere eingefahren. Der Joe-Gibbs-Racing-Pilot kontrollierte das fünfte von zehn Playoff-Rennen der Saison von vorne, während Pole-Setter Denny Hamlin früh ins Straucheln geriet und Meisterschaftsführender Kyle Larson sich erst durch einen Rückschlag kämpfen musste, ehe er in der Schlussrunde an der Aussenwand hing.
Souveräne Vorstellung über 175 Runden
Briscoe liess von Beginn an keinen Zweifel daran, wer an diesem Sonntag das Tempo vorgab. Er gewann sowohl Stage 1 als auch Stage 2 und führte am Ende 175 der 267 gefahrenen Runden an, mehr als die Hälfte der gesamten Renndistanz von gut 644 Kilometern. Erst in den Schlussrunden wurde es für ihn eng, als Larson und Tyler Reddick (23XI Racing) ihm dicht im Nacken sassen.
Am Ende reichte es trotzdem zu einem klaren Vorsprung von 1,376 Sekunden auf Larson. Für Briscoe war es der zweite Sieg der Saison, nachdem er in der Vorwoche in Kansas nur knapp an Larson gescheitert war. Wie es hiess, sprach er nach dem Rennen von Wiedergutmachung für sein Team, ehe er sich in den Playoff-Standings um zwei Positionen nach vorne schob.
Hamlins Dreher kostet die Pole-Position ihren Wert
Denny Hamlin hatte sich das Qualifying mit einer Zeit von 28,910 Sekunden gesichert und kontrollierte zunächst auch das Rennen von vorne. Kurz vor Ende von Stage 1 drehte er sich jedoch ohne Fremdeinwirkung, konnte eine Caution zwar vermeiden, beschädigte sich dabei aber den Frontsplitter. Das Handling seines Toyota litt von da an spürbar.
Zu allem Überfluss kamen zu Beginn des letzten Streckenabschnitts Probleme mit dem Kraftstoffdruck hinzu, die ihn weiter zurückwarfen. Am Ende blieb für den Pole-Setter nur Platz 16, 22,076 Sekunden hinter Briscoe. Für die Playoffs ist das ein Dämpfer, der Hamlins Chancen auf die nächste Runde spürbar schmälert, auch wenn er im engen Feld noch nicht komplett abgehängt ist.
Drama in Turn 4: Larsons Wandkontakt und Reddicks Dreher
Kyle Larsons Renntag begann alles andere als vielversprechend. Ein 26 Sekunden langer Boxenstopp warf ihn zwischenzeitlich sogar eine Runde zurück. Erst eine Caution, Berichten zufolge ausgelöst durch einen Reifenschaden an Zane Smiths Wagen, brachte ihn wieder in die Führungsrunde. Von dort arbeitete sich Larson kontinuierlich nach vorne und setzte Briscoe in den Schlussrunden massiv unter Druck.
Auf der letzten Runde wagte Larson ausgangs Kurve 4 den Angriff über die Aussenbahn, verlor dabei die Kontrolle und prallte gegen die Mauer. Der direkt folgende Tyler Reddick konnte nicht mehr ausweichen, touchierte Larsons Heck und kreiselte über das Innenfeld in Richtung Boxengasse. Beide retteten sich trotzdem ins Ziel, Larson als Zweiter, Reddick auf Platz drei, nur 3,292 Sekunden hinter dem Sieger.
Für die Meisterschaft bedeutet der Ausgang vor allem eines: Larson bleibt trotz des harten Kontakts an der Mauer Tabellenführer der Playoff-Standings, wie es hiess, mit rund 40 Punkten Vorsprung. Mit Briscoe, der dank Stage-Siegen und vollen 75 Punkten für den Sieg ebenfalls profitierte, und einem angeschlagenen Hamlin dürfte die nächste Playoff-Station zeigen, wie eng das Feld in der entscheidenden Rennphase wirklich zusammenrückt.




