Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Zwei Überschneidungen zwischen dem DTM-Kalender 2027 und seinem IMSA-Programm mit BMW stellen Marco Wittmanns Teilnahme an der kommenden DTM-Saison infrage.
Marco Wittmann, zweifacher DTM-Champion und mit 228 Rennen ohne einen einzigen verpassten Start der dienstälteste Fahrer im Feld, steht vor einem Terminproblem, das seine 15. DTM-Saison gefährdet. Grund sind zwei Überschneidungen mit seinem IMSA-Programm bei BMW: Das DTM-Finale in Hockenheim fällt auf das Petit Le Mans, das Wochenende in Zandvoort auf das IMSA-Rennen auf der Road America. Weil das Hypercar-Programm für die BMW-Werksfahrer Vorrang hat, ist offen, ob Wittmann 2027 überhaupt in der DTM startet. Eine Entscheidung ist nach seinen Angaben gegenüber Motorsport-Total noch nicht gefallen.
Zwei Kollisionen im Kalender
Der DTM-Kalender 2027 und Wittmanns Einsätze in der IMSA liegen an zwei Terminen aufeinander. Das Petit Le Mans in Road Atlanta, Saisonfinale der IMSA, trifft den letzten DTM-Lauf in Hockenheim vom 8. bis 10. Oktober. Die zweite Kollision entstand erst Ende August, als die IMSA ihr Rennen auf der Road America auf den 5. bis 8. August verlegte. Damit liegt es auf dem Wochenende des DTM-Gastspiels in Zandvoort. Finden zwei Rennen am selben Wochenende statt, kann ein Fahrer nur an einem davon teilnehmen.
Gegenüber Motorsport-Total sagte Wittmann: „Für nächstes Jahr sind derzeit zwei Überschneidungen beim DTM-Termin. Das macht es extrem schwierig, weil Hypercar ist ganz klar Priorität für die BMW-Fahrer.“ Ein DTM-Aus wäre für ihn „auf gut Deutsch gesagt beschissen“. Die Entscheidung liegt bei BMW-Motorsportleiter Andreas Roos. BMW steht nach eigenen Angaben mit dem ADAC und der IMSA im Austausch, Wittmann selbst bittet ADAC und DTM, Termine zu verschieben.
Was ein Ausfall für die Meisterschaft bedeuten würde
Für Wittmann geht es 2027 nicht um irgendeine Saison. 2026 kämpfte er erstmals seit 2021 wieder bis zum Saisonfinale um den Titel mit. Weil die DTM 2027 an jedem ihrer acht Wochenenden zwei Rennen fährt, kostet ein verpasstes Wochenende gleich zwei Punkteresultate, im Fall von Hockenheim ausgerechnet im Finale.
Bleibt es bei beiden Kollisionen, sind zwei Wege denkbar: Wittmann lässt die betroffenen Wochenenden aus und verzichtet damit auf vier von 16 Rennen, was einen Titelkampf praktisch ausschliesst. Oder er verzichtet ganz auf die DTM. Welchen Weg BMW wählt, ist offen.
Offene Fragen bis zur Saisonplanung
Ob sich die Kollisionen noch auflösen lassen, liegt auch beim ADAC. Motorsportchef Thomas Voss sagte, es werde „immer schwieriger“, einen Kalender zu machen, mit dem alle zufrieden sind. Die Situation werde geprüft, Termine könne man „immer ändern“. Betroffen ist nicht nur Wittmann: Auch Manthey setzt mit Thomas Preining und Ricardo Feller zwei DTM-Fahrer in der IMSA ein. Bei Jules Gounon kollidieren die WEC-Läufe in Silverstone und Fuji mit den DTM-Terminen in Spielberg und am Sachsenring, ob ihn das trifft, ist noch offen.
Bis BMW Wittmanns Einsatzplan für 2027 festlegt, bleibt offen, ob er zwei Wochenenden auslässt, ganz aus der DTM aussteigt oder eine Terminverschiebung beide Programme möglich macht. Für den dienstältesten Fahrer im Feld wäre ein Aus nach 14 Saisons ohne ein verpasstes Rennen ein Einschnitt.





