Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Vor dem YellaWood 500 am 25. Oktober in Talladega greift NASCAR noch einmal ins Regelbuch: Der Heckspoiler schrumpft um einen weiteren halben Zoll, dazu werden die Stages neu eingeteilt.
NASCAR hat am 1. Oktober Änderungen am Superspeedway-Paket für das Cup-Rennen auf dem Talladega Superspeedway bekanntgegeben. Beim YellaWood 500 am 25. Oktober, dem achten von zehn Rennen der Chase, ist der Heckspoiler nur noch 3,5 statt 4 Zoll hoch. Ausserdem enden die Stages nach den Runden 98, 143 und 188. Der Rest des Pakets bleibt so, wie er Ende August in Daytona gefahren wurde.
Ein halber Zoll mit grosser Wirkung
Die Spoiler-Geschichte beginnt in Daytona. Für das Rennen am 29. August, das Finale der regulären Saison, kürzte NASCAR den Spoiler von 7 auf 4 Zoll und senkte die Leistung von 510 auf 465 PS. Jetzt kommt noch ein halber Zoll weg, die 465 PS bleiben.
Auf den ersten Blick klingt ein halber Zoll nach wenig. Auf einem Superspeedway reicht das aber, um das Verhalten der Autos im Draft spürbar zu verändern. Weniger Spoilerfläche heisst weniger Abtrieb am Heck, vor allem aber weniger Luftwiderstand. Genau darum geht es NASCAR: Die Fahrer sollen im Pack mehr Bewegungsfreiheit bekommen, leichter Schwung holen und aus der Reihe ausscheren können, statt nur auf Track Position zu setzen.
Talladega zählt neben Daytona zu den Strecken, auf denen das Superspeedway-Paket echtes Pack-Racing erzeugt. Grosse Gruppen fahren im Windschatten dicht gebündelt, Positionswechsel passieren in Sekundenbruchteilen und über mehrere Reihen gleichzeitig. Jede kleine Änderung an Spoiler oder Blech wirkt sich dort direkt auf dieses Racing aus.
In Daytona ging die Rechnung laut Jamie McMurray auf. Der Daytona-500-Sieger von 2010, heute Analyst, sagte bei NASCAR Inside the Race, die Fahrer hätten dort grössere Runs aufbauen können als früher. Dazu kommt: Talladega ist laut McMurray rund acht Fuss breiter als Daytona. Wer einen Run erwischt, hat dort also noch mehr Platz für das Überholmanöver.
Was am Paket gleich bleibt
Abgesehen vom Spoiler rührt NASCAR am Auto nicht. Motorleistung und alle übrigen Werte entsprechen dem, was die Teams Ende August in Daytona gefahren sind. Für die Crews bedeutet das: keine komplette Neuentwicklung, sondern eine gezielte Feinjustierung an einem einzelnen Bauteil.
Kürzere Stages gegen das Spritsparen
Die zweite Änderung betrifft die Stage-Einteilung. Ursprünglich sollten die Stages beim YellaWood 500 nach den Runden 60, 120 und 188 enden. Jetzt übernimmt NASCAR die Einteilung des Frühjahrsrennens in Talladega: Stage 1 endet nach Runde 98, Stage 2 nach Runde 143, die Zielflagge fällt nach 188 Runden. Damit dauert die erste Stage 98 Runden, die beiden letzten nur noch je 45.
Laut NASCAR soll das den Anreiz zum Spritsparen senken und stattdessen ein Rennen mit Vollgas bis zur Zielflagge belohnen. Seit der Einführung des Next-Gen-Autos wird das Racing auf den Superspeedways oft dafür kritisiert, dass Track Position und Spritsparen mehr zählen als Überholen. Zusammen mit dem kleineren Spoiler will NASCAR genau dort ansetzen.
Für die Chase hat das Gewicht. Laut McMurray gab es Stage-Punkte in einem Chase-Format bisher nicht. Wer sie mitnehme, könne sich am Ende auch ein durchschnittliches Resultat leisten. Die Fahrer müssten also jede Stage bis zum Schluss ausfahren und so viele Punkte wie möglich sammeln.
Wie stark sich beides auf das Racing auswirkt, zeigt sich erst am 25. Oktober im Pack. McMurray rechnet ohnehin damit, dass die Teams irgendwo ein Schlupfloch finden. Fest steht: Auf einem Superspeedway, wo kleine aerodynamische Unterschiede über Push, Draft und am Ende über die Ziellinie entscheiden, kann ein halber Zoll den Unterschied machen.





