Kaum ein Team im aktuellen Feld hat eine derart bewegte Namensgeschichte wie Aston Martin. Die Wurzeln des heutigen Rennstalls reichen zurück bis 1991, als Jordan Grand Prix in Silverstone sein Formel-1-Debüt gab. Über die Stationen Midland, Spyker und Force India entwickelte sich das Team stetig weiter, ehe es 2018 vom kanadischen Geschäftsmann Lawrence Stroll aus der Insolvenz übernommen und in Racing Point umbenannt wurde. Seit 2021 tritt der Rennstall schliesslich unter dem Namen des britischen Sportwagenherstellers Aston Martin an, an dem Stroll ebenfalls massgeblich beteiligt ist.
Ein besonders kontroverses Kapitel schrieb das Team 2020 als Racing Point: Der RP20 orientierte sich derart stark am Mercedes des Vorjahres, dass Konkurrenten von einem “Rosa Mercedes” sprachen. Die FIA sah in Teilen des Wagens regelwidrig kopierte Bauteile und belegte das Team mit einer Geld- und Punktestrafe, dennoch beendete Racing Point die Saison mit dem bis dahin famosesten Ergebnis der Teamgeschichte auf Rang vier der Konstrukteurswertung, inklusive des ersten Rennsiegs durch Sergio Pérez in Bahrain in der Folgesaison.
Mit dem Einstieg von Fernando Alonso 2023 folgte sportlich der bislang grösste Höhenflug des Teams: Der zweifache Weltmeister fuhr in seiner ersten Saison bei sechs der ersten acht Rennen aufs Podium. Um an solche Erfolge wieder anzuknüpfen, verpflichtete Teameigner Stroll 2024 mit Adrian Newey einen der erfolgreichsten Fahrzeugkonstrukteure der Formel-1-Geschichte, der zuvor fast zwei Jahrzehnte bei Red Bull geprägt hatte.
Zur Saison 2026 übernahm Newey erstmals in seiner Karriere selbst die Rolle des Teamchefs und zeichnet zugleich für das erste komplett von ihm entworfene Aston-Martin-Chassis verantwortlich. Gleichzeitig startete das Team erstmals mit einer Werkspartnerschaft mit Honda als Motorenlieferant. Mit Fernando Alonso und Lance Stroll bleibt die Fahrerpaarung unverändert, während sich der Rennstall von seiner neuen Fabrik in Silverstone einen nachhaltigen Sprung nach vorne erhofft.
