Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Ein Unfall in Runde zwei kostete Polesetter Luca Engstler das Rennen. Lucas Auer gewann, nachdem Maro Engel die Führung beim Boxenstopp verloren hatte.
Lucas Auer hat am Samstag das erste von zwei Rennen des DTM-Saisonfinales am Hockenheimring gewonnen. Der Pilot von Mercedes-AMG Team Landgraf startete von Position zwei und beendete die 36 Runden nach 1:14:52.316 Stunden mit 4,777 Sekunden Vorsprung auf Mirko Bortolotti (GRT Grasser Racing Team). Für Aufsehen sorgte zunächst ein Unfall in Runde zwei, der Polesetter Luca Engstler aus dem Rennen nahm und eine rote Flagge erzwang. Entschieden wurde die Spitze aber erst beim Boxenstopp von Maro Engel.
Kontakt mit Auer beendet Engstlers Pole-Rennen
Engstler hatte sich im Qualifying unter wechselnden Bedingungen mit 1:47.048 Minuten seine erste DTM-Pole gesichert, 0,407 Sekunden vor Auer. In der zweiten Runde griff Auer in der Spitzkehre an, danach fuhren beide Seite an Seite und berührten sich vor der Mercedes-Tribüne mehrfach. Beim letzten Kontakt verlor Engstler die Kontrolle über den Abt-Sportsline-Lamborghini und schlug rückwärts in die Betonmauer ein. Er stieg selbst aus und blieb nach einer Untersuchung im Medical Center unverletzt.
Die Beschädigung an der Barriere war so erheblich, dass die Rennleitung die rote Flagge zeigte, um die Reparatur zu ermöglichen. Engstlers Lamborghini Temerario GT3 war nach dem Einschlag nicht mehr einsatzfähig, er schied nach nur einer vollständigen Runde aus. Beim Neustart hinter dem Safety-Car lag Auer zunächst vorn, liess seinen Markenkollegen Engel aber kurz darauf vor der Mercedes-Tribüne vorbei. Engel führte, bis beim Pflichtboxenstopp sein rechtes Hinterrad klemmte und er über 16 Sekunden stand. Damit war Auer wieder vorn und gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab.
Dahinter sorgte Thomas Preining, Qualifying-Dritter und Spitzenreiter der Fahrerwertung, selbst für einen Rückschlag: In der Startphase rutschte er beim Einbiegen auf die Parabolika mit dem Manthey-Porsche ins Gras und fiel bis zur Spitzkehre auf Rang 13 zurück. Am Ende stand für ihn Platz fünf mit 17,057 Sekunden Rückstand. Die Tabellenführung behielt er, verlor aber Punkte auf seine direkten Verfolger.
Bortolotti arbeitet sich nach vorn, Strafen prägen das Mittelfeld
Während an der Spitze der Crash die Story schrieb, lohnte sich der Blick ins Mittelfeld. Bortolotti qualifizierte sich lediglich auf Rang sechs, fuhr im Rennen aber bis auf Platz zwei nach vorn. Einen gewerteten Saisonsieg hat er damit weiterhin nicht, seinen Erfolg in Oschersleben hatte er wegen nicht homologierter Radlager nachträglich verloren. Marco Wittmann komplettierte im Schubert-BMW mit 8,157 Sekunden Rückstand das Podium, allerdings erst nach einem Eingriff der Rennleitung: Engel hatte ihn kurz vor Schluss vor der Mercedes-Tribüne überholt und dabei von der Strecke gedrängt, die Rennleitung ordnete einen Platztausch an. So wurde Engel im Winward-Mercedes-AMG Vierter, 8,524 Sekunden vor Preining auf Platz fünf.
Für Ricardo Feller verlief das Rennen laut motorsport-total.com deutlich schwieriger: Nach einer Kollision mit Thierry Vermeulen vor der zweiten Kurve verlor er die vordere Stossstange seines Manthey-Porsche und wurde mit einer Strafe von drei Penalty-Laps belegt, die er in der dafür vorgesehenen Zone abfahren musste. Er kam ohne Punkte auf Platz 16 ins Ziel, mehr als 45 Sekunden hinter Auer. Auch Vermeulen und Tom Kalender büssten Positionen ein, beide drehten sich in der Haarnadelkurve und fielen zurück, Vermeulen wurde am Ende 13., Kalender 15.
Wie motorsport-magazin.com berichtete, schied Timo Glock in Runde 17 aus, nachdem er kurz nach seinem Pflichtboxenstopp mit Jules Gounon kollidierte. Der Schaden am Dörr-Motorsport-McLaren war so gross, dass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war. Gounon kam mit Rang sieben noch in die Punkte. Die Rennleitung prüfte den Zwischenfall nach dem Rennen.
Enges Titelrennen vor dem Finale am Sonntag
Für die Meisterschaft bedeutet das Ergebnis eine Verdichtung an der Spitze. Preining führt die Fahrerwertung mit 209 Punkten an, 20 vor Wittmann und 22 vor Engel. Sein Polster ist kleiner als vor dem Rennen, weil Engel mit Platz vier direkt vor ihm ins Ziel kam und Wittmann mit dem dritten Rang fünf Punkte gutmachte. Den vorzeitigen Titelgewinn am Samstag verpasste Preining damit. Im Finale sind noch 28 Punkte zu vergeben, ihm reicht ein Platz unter den ersten sieben.
Das Finale beginnt am Sonntag um 9:30 Uhr mit dem Qualifying, das Rennen startet wegen der anschliessenden Meisterehrung erst um 16:30 Uhr. Offen ist auch, ob Engstler nach dem Einschlag mit einem reparierten oder einem Ersatzfahrzeug noch einmal um vordere Positionen mitfahren kann.




